Montag, 2. November 2026

Plünderungen treffen Einzelhandel

Gruppe von Menschen drängt sich nachts vor einem Geschäft, mehrere tragen Taschen, Schaufenster im Hintergrund.
Plünderer auf der Frankfurter Zeil.

In Frankfurt wurde auch ein Lauf- und Schuhfachgeschäft geplündert

Die Ausschreitungen nach den überwiegend friedlichen „Gen Z regelt“-Demonstrationen haben am Wochenende auch den Einzelhandel getroffen. Besonders schwer waren die Schäden in der Frankfurter Innenstadt. Nach Angaben von Polizei und Innenministerium wurden dort fünf Geschäfte geplündert, zahlreiche weitere Gebäude und Schaufenster beschädigt. Die Einkaufsstraße Zeil musste zeitweise gesperrt werden.

Betroffen war auch der Frankfurter Laufshop nahe der Konstablerwache. Randalierer schlugen die Schaufensterscheibe ein und stahlen Schuhe und Bekleidung. Inhaber Jost Wiebelhaus konnte sein Geschäft nach einer provisorischen Sicherung wieder öffnen. Der Händler hatte nach eigenen Angaben erst wenige Tage zuvor seinen Versicherungsschutz für Vandalismusschäden überprüft.

Der Handelsverband Hessen fordert schnelle Unterstützung für die betroffenen Unternehmen. Die überwiegend friedlichen Demonstrationen seien dabei ausdrücklich von den späteren Ausschreitungen und Plünderungen zu trennen. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein kündigte schnelle und unbürokratische Hilfe für geschädigte Händler an.

Die Auswirkungen auf den Handel gehen über die unmittelbaren Sach- und Warenschäden hinaus. Bereits im Vorfeld hatten Händler in mehreren deutschen Städten ihre Schaufenster gesichert oder Öffnungszeiten verkürzt. Am Berliner Kurfürstendamm wurden Geschäfte vorsorglich mit Holzplatten geschützt.

Wie stark anhaltende Proteste und Ausschreitungen den Handel belasten können, zeigt derzeit Frankreich. Nach Angaben der französischen Handelskammern wurden dort im Zuge der jüngsten Unruhen rund 2.400 Geschäfte beschädigt. Die Schäden und Verluste werden auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt, mehr als ein Viertel der betroffenen Geschäfte blieb zuletzt geschlossen. Auch Adidas zählt laut Reuters zu den Marken, die von Schäden, Schließungen oder Frequenzrückgängen betroffen sind.

Für den Einzelhandel kommen damit neben Reparatur- und Versicherungskosten vor allem Umsatzausfälle und sinkende Kundenfrequenzen hinzu. Besonders kritisch ist der Zeitpunkt: Das für viele Händler entscheidende Weihnachtsgeschäft beginnt gerade erst.

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