Das Pariser Kaufhaus BHV Marais hat am 27. Oktober ein gerichtliches Sanierungsverfahren beantragt. Ziel sei es, den laufenden Restrukturierungsplan abzusichern und sowohl den Geschäftsbetrieb als auch die Arbeitsplätze zu erhalten. Das Kaufhaus bleibt zunächst geöffnet.
Hintergrund ist vor allem ein Streit mit dem Vermieter Brookfield. Die BHV-Führung wirft dem kanadischen Vermögensverwalter vor, vereinbarte Entschädigungszahlungen für die Rückgabe von mehr als der Hälfte der Verkaufsflächen nicht geleistet zu haben. Brookfield weist die Vorwürfe zurück und erklärt, BHV habe seinerseits vertragliche Verpflichtungen nicht erfüllt.
Das traditionsreiche Kaufhaus, das 1856 gegründet wurde, hatte zuletzt mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Die umstrittene Kooperation mit Shein führte zum Rückzug zahlreicher Marken; der Shein-Corner wurde im Juni wieder geschlossen. Im selben Monat übernahm ein Managementteam um Karl-Stéphane Cottendin den Geschäftsbetrieb.
Im September hatte BHV Marais nach sechsmonatiger Schließung das Erdgeschoss wieder vollständig geöffnet. Für November kündigt die Geschäftsführung die Rückkehr von rund 40 Marken sowie weitere Pop-up-Stores an. Über die Eröffnung des Sanierungsverfahrens soll nun das zuständige Gericht entscheiden.



























