Auf Onlinehändler kommen im kommenden Jahr höhere Versandkosten zu. DHL passt zum 1. Januar 2027 seine Paketpreise für Geschäftskunden an. Die konkreten Erhöhungen fallen je nach Vertrag unterschiedlich aus und werden den Unternehmen individuell mitgeteilt. DHL begründet den Schritt mit gestiegenen Kosten für Personal, Transport und Infrastruktur.
Zusätzlich führt der Paketdienstleister ab 18. Januar mehrere neue Zustellservices ein. Dazu gehört ein vom Versender buchbarer automatischer zweiter Zustellversuch. Wird dieser nach einer erfolglosen Erstzustellung eingeleitet, berechnet DHL 2,99 Euro netto zusätzlich zum Paketpreis. Nach Angaben des Unternehmens soll der Service die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Haustürzustellung erhöhen und unter anderem Onlinehändlern mehr Komfort für ihre Kunden bieten.
Weitere neue Leistungen sind ebenfalls teilweise kostenpflichtig. So können Versender künftig beispielsweise verhindern, dass bestimmte Pakete an eine Packstation umgeleitet werden. Für empfindliche oder zeitkritische Waren gibt es zudem die Option „Sofort Zurück“, bei der eine Sendung nach einer erfolglosen Erstzustellung unmittelbar an den Absender zurückgeschickt wird.
Kritik an den neuen Gebühren kommt vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh). Der Verband sieht insbesondere die Kosten für den zweiten Zustellversuch kritisch. Händler hätten keinen Einfluss darauf, warum eine erste Zustellung scheitere, müssten aber für einen weiteren Versuch bezahlen.
„Sie müssten zahlen und könnten nicht überprüfen, ob der erfolglose erste Zustellversuch tatsächlich vom Kunden verursacht wurde. Damit belohnt sich der Paketdienstleister potenziell selbst für eine eigene Schlechtleistung“, kritisiert bevh-Logistikreferent Juri Schütt. Der Verband fordert stattdessen verlässliche Zustellprozesse und mehr Möglichkeiten für Händler und Empfänger, die Zustellung selbst zu steuern.
Neben den neuen Zusatzleistungen baut DHL allerdings auch die Empfangsmöglichkeiten aus. Ab Frühjahr 2027 sollen Geschäftskunden Pakete an Packstationen schicken können, ohne dass die Empfänger dort zuvor registriert sein oder eine Postnummer besitzen müssen. Bis 2030 will DHL das Netz aus Pack-, Post- und anbieteroffenen Paketstationen auf rund 50.000 Automaten ausbauen.


























