Konsumklima weiterhin schwach, aber stabil

Verbraucher blicken weniger pessimistisch auf Preisentwicklung und Energiemärkte

Die Verbraucherstimmung stabilisiert sich in diesem Monat und nimmt um 0,5 Punkte leicht zu. Insgesamt bleibt die Konsumlaune daher verhalten: Der Indikator liegt nach den Erwartungen der Verbraucher für Juli bei -29,2 Punkten (Vormonat revidiert: -29,7 Punkte). Der moderate Anstieg resultiert aus einer etwas positiveren Einkommenserwartung, während die Anschaffungsneigung und Sparneigung weitestgehend auf dem Niveau des Vormonats bleiben. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des NIM Konsumklimas powered by GfK.

Geringfügige Erholung der Einkommenserwartungen

Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die sich im letzten Monat deutlich aufgehellt haben, legen in diesem Monat nur leicht zu. Der Indikator steigt um 0,8 Punkte auf ein Niveau von -12,2. Insgesamt blicken die Konsumenten damit weiterhin weniger optimistisch auf ihre zukünftige finanzielle Lage als vor Beginn des Iran-Krieges.

„Die Verbraucherstimmung stabilisiert sich derzeit niedrigem Niveau“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „Die Einkommensaussichten erholen sich nur wenig. Die Anschaffungsneigung verharrt im pessimistischen Bereich und auch die Sparneigung geht nicht zurück. Ein Aufwind in Richtung Vorkriegsniveau zeichnet sich daher noch nicht ab, auch wenn die Friedensverhandlungen und der Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen der Verbraucher mildern und die Konjunkturerwartungen wieder etwas aufhellen.“

Anschaffungsneigung bleibt verhalten

Die Anschaffungsneigung verringert sich minimal um 0,2 Punkte im Vergleich zum letzten Monat, wodurch der Indikator nunmehr bei -13,4 Punkten steht. Der Zeitpunkt, größere Anschaffungen zu tätigen, ist daher aus Verbrauchersicht weiterhin eher ungünstig.

Sparneigung weiter auf hohem Niveau

Die Sparneigung, die angibt, ob es die Menschen angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen, zeigt sich unverändert. Der Indikator liegt wie im Juni 2025 und Vormonat bei 13,9 Punkten. Der seit Anfang des Jahres beobachtbare, leichte Rückgang der Sparneigung ist damit vorerst zum Stillstand gekommen. Im langfristigen Vergleich ist der aktuelle Wert nach wie vor sehr hoch.

Konjunkturerwartungen hellen sich auf und Inflationssorgen sinken

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich in diesem Monat erneut. Der Indikator steigt um 2,5 Zähler auf -8,7 Punkte. Zwar rechnet die Mehrheit der Verbraucher weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten, aber der Pessimus scheint nachzulassen.

Auch bei den Preiserwartungen zeigt sich eine positive Entwicklung: Sie gehen im Juni zum zweiten Mal in Folge zurück. Die Mehrheit der Verbraucher blickt daher weniger pessimistisch auf die Preisentwicklung der kommenden 12 Monate. Im Vergleich zum Vormonat fällt der Indikator um 2,5 Punkte und weist einen Stand von -2,9 Punkten aus. Dieser Rückgang dürfte noch auf den Tankrabatt zurückzuführen sein, der zum Ende des Monats ausläuft.

Die Entwicklung dieser Indikatoren dürfte vor allem die jüngsten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran widerspiegeln. Die dadurch gestiegenen Erwartungen an eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten haben zu einer Beruhigung an den internationalen Energiemärkten beigetragen.

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