JD Sports treibt die Bereinigung seines deutschen Filialnetzes voran. Nachdem bereits im vergangenen Jahr Pläne zur Schließung von rund 30 der damals knapp 100 Geschäfte bekannt geworden waren, sind inzwischen zahlreiche Standorte vom Netz gegangen. Die ursprünglichen Schließungspläne waren im Mai 2025 unter Berufung auf die Immobilien Zeitung bekannt geworden. Als Grund galten Verluste einzelner Filialen.
Bestätigt sind inzwischen unter anderem Schließungen in Krefeld, Herne, Wiesbaden, Zwickau, Kiel und Mülheim-Kärlich. In Jena soll die Filiale in der Goethe Galerie nach lokalen Medienberichten am 22. August schließen; dort läuft derzeit ein Räumungsverkauf. In Zwickau ist seit Anfang August Schluss.
Wie weit die Bereinigung bereits fortgeschritten ist, zeigt ein Blick auf den offiziellen Filialfinder von JD Sports. Dort sind derzeit nur noch 60 deutsche Standorte aufgeführt. Anfang Juni waren es noch 88.
„Gezielte Filialschließungen“
Nach Angaben des Unternehmens wurde das europäische Filialnetz im Rahmen einer weltweiten Stärkung der Marke JD überprüft. Dies führe zu „gezielten Filialschließungen und einer Vereinfachung des Betriebsmodells“. Neben Deutschland ist auch das Filialnetz in Frankreich Gegenstand der Überprüfung.
Der Rückbau fällt in eine wirtschaftlich anspruchsvolle Phase für den britischen Sportmodehändler. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet JD Sports einen bereinigten Vorsteuergewinn von 750 bis 850 Millionen Pfund nach 852 Millionen Pfund im Vorjahr. Im ersten Quartal waren die vergleichbaren Umsätze konzernweit um 2,3 Prozent zurückgegangen. Neben der schwachen Konsumstimmung belasten das Unternehmen auch das schwierige Marktumfeld und die Entwicklung beim wichtigen Lieferanten Nike.
Ex-Ikea-Chef wird Chairman
Parallel zur Restrukturierung gibt es einen Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats. Peter Agnefjäll übernimmt zum 1. September 2026 den Vorsitz bei JD Sports Fashion. Der frühere Präsident und CEO von Ikea folgt auf Darren Shapland, der den Posten seit der Hauptversammlung am 21. Juli interimistisch innehat und dem Board als unabhängiger Director erhalten bleibt. Agnefjäll war von 2013 bis 2017 CEO der Ikea Group und später Chairman von Ahold Delhaize. Zu seinen früheren Aufsichtsratsmandaten zählt auch der Schuhhändler Deichmann.




























