HDS/L-Symposium: Schwache Marktlage, geopolitische Risiken und Zukunft der Branche
Mit einem vielseitigen Programm hat der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) am 24. Juni rund 100 Vertreter der Branche zum Symposium im Frankfurter Opernturm begrüßt. Unter dem Leitmotiv „Wurzeln und Wandel. Tradition und Vision“ reichten die Themen von Handwerk und Unternehmensnachfolge über Geopolitik und Wirtschaft bis hin zu Künstlicher Intelligenz.
Den Ton setzte HDS/L-Vorsitzender Carl-August Seibel. Er warb dafür, die handwerklichen Wurzeln der Branche stärker sichtbar zu machen, zeichnete zugleich aber ein verhaltenes Bild der aktuellen Marktlage. Angesichts der anhaltenden Konsumzurückhaltung bei Mode appellierte er an Unternehmen, wieder mehr Begehrlichkeit zu schaffen. Austauschbare Sortimente und fehlende modische Impulse seien eine Herausforderung. Gefragt seien mehr Mut, Eigenständigkeit und eine stärkere Profilierung von Marken und Produkten.
Dass die Herausforderungen weit über den Konsum hinausreichen, verdeutlichten mehrere Vorträge. Sicherheitsexperten warnten vor den Auswirkungen geopolitischer Krisen auf Lieferketten, Infrastruktur und Unternehmen und betonten die wachsende Bedeutung von Resilienz. Ergänzend wurden wirtschaftliche Perspektiven für 2026 sowie die Folgen internationaler Entwicklungen für die exportorientierte Branche diskutiert.
Im Austausch mit Giovanna Ceolini, Präsidentin des italienischen Schuhindustrieverbandes Assocalzaturifici, standen zudem die Bedeutung von Handwerk, Qualität und die Stärkung der Wertschätzung für Schuhe und Lederwaren im Mittelpunkt. Weitere Themen waren die Unternehmensnachfolge in Familienbetrieben sowie die Chancen und Grenzen Künstlicher Intelligenz.








