Jeder dritte Schuhbetrieb hat in den letzten fünf Jahren geschlossen
Die spanische Schuhindustrie befindet sich nach Einschätzung des nationalen Verbandes der Schuh- und Schuhkomponentenhersteller AEC in einer existenzbedrohenden Lage. Der Verband spricht von einer „extremen Situation“ und fordert von der nationalen, regionalen und kommunalen Politik umgehend Unterstützungsmaßnahmen. Gleichzeitig müsse ein langfristiger Strategieplan entwickelt werden, um einen Industriezweig zu sichern, der für Spanien von strategischer Bedeutung sei.
Nach Angaben des Verbandes hat die spanische Schuhbranche zwischen 2020 und 2025 mehr als ein Drittel ihrer Unternehmen verloren. Insgesamt hätten in diesem Zeitraum 1.149 Hersteller von Schuhen und Schuhkomponenten ihre Geschäftstätigkeit eingestellt. Die Zahl der aktiven Unternehmen sei dadurch auf 2.131 gesunken.
Zwar exportierten spanische Hersteller und Marken im Jahr 2025 rund 167,7 Millionen Paar Schuhe im Wert von knapp 3,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig importierten Händler und Marken jedoch 370,8 Millionen Paar Schuhe im Gesamtwert von 5,2 Milliarden Euro. Mehr als 80 Prozent dieser Importe stammen laut AEC aus Asien, darunter fast 200 Millionen Paar aus China.
AEC-Geschäftsführer Álvaro Sánchez warnt vor den Folgen dieser Entwicklung: „Unsere Unternehmen können nicht mehr. Wir brauchen eine sofortige, koordinierte Antwort der Behörden und eine klare Zukunftsvision für die Branche. Es geht nicht um einzelne Unternehmen, sondern um die gesamte Wertschöpfungskette.“
Der Verband sieht insbesondere den steigenden Importdruck aus Asien, die sinkende Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion und die anhaltende Konsumzurückhaltung als zentrale Herausforderungen für die spanische Schuhindustrie. Ohne politische Unterstützung drohe sich der Strukturwandel weiter zu beschleunigen.








