Gericht bestellt Verwalter nach Millionenverschuldung
Der Schweizer Luxus-Schuhhersteller Bally steht laut Medienberichten nach anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten unter gerichtlicher Aufsicht. Ein Schweizer Gericht hat am 17. Juni einen externen Administrator eingesetzt, um zunächst geordnete Sanierungsmaßnahmen zu ermöglichen und ein unmittelbares Insolvenzverfahren vorerst abzuwenden.
Hintergrund sind Verbindlichkeiten in Höhe von rund 20 Millionen Schweizer Franken (ca. 21,6 Millionen Euro). Die wirtschaftliche Schieflage hatte sich in den vergangenen Monaten zugespitzt. Zuletzt hatte das Unternehmen im Mai die Produktion in der Schweiz eingestellt hatte. In der Folge wurden die letzten 27 Beschäftigten am Hauptsitz in Caslano entlassen. Zudem kündigte Bally die Schließung von fünf Filialen in der Schweiz an.
Die aktuellen Entwicklungen stehen im Kontext einer bereits seit 2024 laufenden Restrukturierung. Im Zuge dieser Maßnahmen hatte das Unternehmen wiederholt Personal abgebaut und Standorte geschlossen. So wurden kurz nach einer Übernahme durch die US-Investmentgesellschaft Regent im August 2024 zunächst bis zu 65 Stellen gestrichen und später der Standort Bally Studio in Florenz mit rund 55 Beschäftigten geschlossen.
Auch auf Führungsebene kam es zuletzt zu mehreren Wechseln: Im Februar wurde Mario Grauso als Nachfolger von Ennio Fontana zum CEO ernannt, zusätzlich übernahm er nach dem Abgang von Simone Belloti auch die kreative Leitung des Unternehmens.
Bally war in früheren Jahren mit einem internationalen Retail-Netzwerk von mehr als 300 eigenen Stores sowie rund 500 Multibrand-Verkaufsstellen in über 70 Ländern vertreten. Aktuell konzentriert sich das Unternehmen auf die Stabilisierung seiner operativen und finanziellen Strukturen im Rahmen der laufenden Restrukturierung.








