Unternehmensinsolvenzen legen im ersten Halbjahr 2026 um 7,8 Prozent zu
Im ersten Halbjahr 2026 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland erneut gestiegen. Laut Creditreform wurden 12.900 Fälle registriert, ein Plus von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wurde der höchste Halbjahreswert seit 2013 erreicht. Auch die Verbraucherinsolvenzen legten leicht zu. Mit rund 38.800 Fällen lag die Zahl um 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Als Ursache nennt die Studie die schwache wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre, die viele Unternehmen bereits geschwächt habe. Zusätzlich habe ein geopolitisch bedingter Energie- und Rohstoffpreisschock die Lage weiter verschärft. Die Schadenssumme der Unternehmensinsolvenzen belief sich im Halbjahr auf rund 28,5 Milliarden Euro. Insgesamt waren etwa 165.000 Arbeitsplätze betroffen.

Junge und größere Unternehmen besonders betroffen
Auffällig ist der starke Anstieg bei jungen Unternehmen: Bei Firmen bis zwei Jahre nach Gründung stiegen die Insolvenzen um 25,3 Prozent. Auch größere Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten verzeichneten ein deutliches Plus von 28,6 Prozent. Der überwiegende Teil der Insolvenzfälle entfällt jedoch weiterhin auf kleine Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten.

Während im Handel ein leichter Rückgang der Insolvenzen um 1,3 Prozent zu beobachten war, stiegen die Zahlen im Baugewerbe (+4,5 Prozent) und vor allem im Dienstleistungssektor (+12,6 Prozent). Letzterer stellt inzwischen den größten Anteil am Insolvenzgeschehen.

Zudem verschlechtert sich die finanzielle Stabilität vieler Unternehmen. Der Anteil jener Betriebe, die ihre Zinszahlungen nicht mehr aus dem operativen Ergebnis decken können, ist im Vergleich zu 2015 gestiegen. „Die lange Rezession und die schwache Konjunktur führten zu rückläufigen Umsätzen und Erträgen“, so Creditreform-Wirtschaftsforscher Patrik-Ludwig Hantzsch.









