Tarifkonflikt im Einzelhandel geht in die nächste Runde

In der laufenden Tarifrunde kommt es immer wieder zu Warnstreiks.
In der laufenden Tarifrunde kommt es immer wieder zu Warnstreiks.

Arbeitgeber kündigen neue Angebote ab September an

Im Tarifkonflikt des deutschen Einzelhandels drängen die Arbeitgeber auf eine rasche Einigung. Der Handelsverband Deutschland (HDE) wirft der Gewerkschaft ver.di vor, bereits greifbare regionale Lösungen durch zusätzliche Forderungen zum tariflichen Mindestentgelt zu erschweren. Ab September wollen die Arbeitgeber neue Angebote mit einer Laufzeit von 36 Monaten vorlegen.

„Millionen Beschäftigte im Einzelhandel warten auf eine Anhebung ihrer Tarifentgelte. Es liegen brauchbare Lösungen für den Handel vor, ver.di darf eine Tarifeinigung jetzt nicht durch eine Mindestlohn-Scheindebatte unnötig verkomplizieren“, erklärt HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke.

Nach Darstellung des HDE liegen die tariflichen Einstiegsvergütungen unter Einbeziehung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld bereits über dem gesetzlichen Mindestlohn von 14,60 Euro, der ab Januar 2027 gelten soll. Die Arbeitgeber betonen zugleich, ein Abschluss müsse angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage für die Unternehmen tragbar bleiben und dürfe keine Arbeitsplätze gefährden.

Die Tarifrunde war zuletzt ins Stocken geraten. In Baden-Württemberg hatten die regionalen Verhandlungspartner Anfang Juli nach zwölfstündigen Gesprächen eine mögliche Lösung erarbeitet. Das Arbeitgeberangebot sah Entgelterhöhungen von insgesamt 4,4 Prozent in zwei Stufen bei 24 Monaten Laufzeit vor. Zu einem Abschluss kam es jedoch nicht. Der HDE macht dafür die bundesweite Koordinierung auf ver.di-Seite verantwortlich.

Ver.di weist die Vorwürfe zurück und kritisiert ihrerseits die bisherigen Angebote als unzureichend. Je nach Tarifgebiet fordert die Gewerkschaft Erhöhungen von rund sieben Prozent oder feste monatliche Beträge von bis zu 300 Euro sowie 150 Euro mehr für Auszubildende bei überwiegend zwölf Monaten Laufzeit. In mehreren Bundesländern setzte ver.di den Tarifkonflikt zuletzt mit Warnstreiks fort.

Die nächsten regionalen Verhandlungsrunden sind unter anderem am 19. August in Mitteldeutschland, am 24. August in Hessen und am 26. August in Nordrhein-Westfalen vorgesehen.

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