Einigungsstelle soll nun über Zukunft der Beschäftigten entscheiden
Die Verhandlungen über einen Sozialplan für das von der Schließung betroffene Logistikzentrum von Zalando in Erfurt sind gescheitert. Nachdem sich Unternehmensleitung und Betriebsrat wochenlang um eine Einigung bemüht hatten, brach die Arbeitnehmervertretung die Gespräche am vergangenen Wochenende ab. Die Fronten zwischen beiden Seiten gelten inzwischen erneut als verhärtet.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen die finanziellen Folgen der geplanten Standortschließung für die rund 2.000 Beschäftigten. Der Sozialplan soll unter anderem Regelungen zu Abfindungen und weiteren Ausgleichsleistungen enthalten. Nach Angaben des Betriebsrats reichten die bisherigen Angebote des Unternehmens jedoch nicht aus, um die sozialen Nachteile der Schließung angemessen abzufedern. Angeblich bot das Unternehmen 30 Millionen Euro, die Arbeitnehmerseite forderte 100 Millionen Euro.
Die Arbeitnehmervertretung kritisiert insbesondere, dass Zalando die finanziellen Spielräume für den Standort als begrenzt darstelle. Gleichzeitig verweise der Betriebsrat auf hohe Ausgaben des Konzerns für Marketing, Sponsoring und andere Investitionen. Auch aus der Landespolitik kam Kritik an der Haltung des Unternehmens.
Wie bereits im Vorfeld vereinbart, wird das Verfahren nun an eine Einigungsstelle unter neutralem Vorsitz übergeben. Die erste Sitzung ist für Ende Juni vorgesehen. Bis Anfang Juli sollen weitere Gespräche stattfinden.
Unabhängig davon wurden beim sogenannten Interessenausgleich, der organisatorische Fragen der Standortschließung regelt, nach Unternehmensangaben bereits Fortschritte erzielt. Dazu zählen unter anderem Themen wie Schichtmodelle und der Ablauf des Standortabbaus.
Zalando hält weiterhin an den Plänen fest, das Logistikzentrum in Erfurt zum 30. September 2026 zu schließen. Das Unternehmen bekräftigte zuletzt das Ziel, das Verfahren zeitnah abzuschließen und den vorgesehenen Zeitplan einzuhalten.








