Verband befürchtet Arbeitsplatzverluste durch hohe Gewerkschaftsforderungen
Zum Start der Tarifrunde im Einzelhandel warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor massiven Belastungen für die Branche durch die Forderungen der Gewerkschaft Verdi. Hintergrund sind Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hamburg, die am 24. April 2026 beginnen.
Der HDE verweist auf eine angespannte Lage im Einzelhandel. Laut einer aktuellen Trendumfrage unter 436 Unternehmen bewerten 46 Prozent ihre Geschäftslage als schlecht, nur zehn Prozent als gut. Zusätzlich rechnen 62 Prozent mit sinkenden Umsätzen in diesem Jahr. Seit 2022 seien zudem bereits mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Einzelhandel verloren gegangen, wie Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen.
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth kritisiert die Forderungen von Verdi als „überzogen“ und warnt vor weiteren Arbeitsplatzverlusten durch steigende Lohnkosten. Bereits 93 Prozent der Unternehmen berichten von gestiegenen Kosten in den vergangenen zwei Jahren, insbesondere in den Bereichen Personal, Energie und Logistik. Für die kommenden zwei Jahre erwarten sogar 96 Prozent weitere Kostensteigerungen. „Wir appellieren an die Gewerkschaft, die langfristigen und ernsten Folgen ihrer vollkommen überhöhten Forderungen zu überdenken“, so Genth.
Die Gewerkschaft Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde sieben Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie höhere Ausbildungsvergütungen. Einmalzahlungen lehnt Verdi als Ersatz für tabellenwirksame Erhöhungen ab.
Der HDE hält dagegen, dass der letzte Tarifabschluss bereits deutliche Lohnsteigerungen gebracht habe und sieht keinen Nachholbedarf. Stattdessen fordert der Verband mehr Zurückhaltung, um die wirtschaftliche Stabilität der Branche nicht weiter zu gefährden.








