Nach zwei Verlustjahren schreibt der britische Schuhhersteller wieder schwarze Zahlen
Der britische Traditionsschuhhersteller Clarks hat im Geschäftsjahr 2025 die Rückkehr in die Profitabilität geschafft. Nach einem Nettoverlust von 39,3 Millionen Pfund (45,1 Millionen Euro) im Vorjahr erzielte das Unternehmen nun einen Gewinn nach Steuern von 31,1 Millionen Pfund (35,7 Millionen Euro). Damit gelingt dem Unternehmen erstmals seit zwei Jahren die Trendwende.
Der Umsatz lag 2025 bei 871,5 Millionen Pfund (1,001 Milliarden Euro) und damit leicht unter dem Vorjahresniveau von 901,3 Millionen Pfund (-3,3 Prozent). Gleichzeitig stieg die Absatzmenge auf 29,5 Millionen verkaufte Paare (2024: 29,0 Millionen). Auch die Lagerbestände wurden reduziert, während sich die Liquidität durch einen höheren Kassenbestand verbesserte.
Kostendisziplin und operative Anpassungen greifen
Als wesentlichen Treiber für die Rückkehr in die Gewinnzone nennt Clarks interne Effizienzmaßnahmen. Dazu zählen reduzierte Strukturkosten in Bereichen wie IT, Logistik, Personal und Produkt. Parallel wurden Lagerbestände straffer gesteuert, Zahlungsbedingungen optimiert und die Lieferantenstruktur überprüft.
Auch die Neuaufstellung im Management spielte eine Rolle: Mit Victor Herrero übernahm im vergangenen Jahr ein erfahrener Branchenmanager eine zentrale Führungsrolle innerhalb der Muttergesellschaft Viva Goods sowie interimistisch bei Clarks.
Anspruchsvolles Marktumfeld belastet weiterhin
Trotz der positiven Entwicklung sieht sich Clarks weiterhin mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Steigende Zölle, insbesondere infolge veränderter US-Handelspolitik, erhöhten die Kosten entlang der globalen Lieferketten. Hinzu kommen steigende Löhne und volatile Energiepreise.
Auf Konsumentenseite führte dies zu einer zurückhaltenderen Nachfrage, was den Preisdruck im Handel erhöhte. Insbesondere im Großhandelsgeschäft in Europa und den USA zeigte sich ein vorsichtiges Bestellverhalten, da Handelspartner ihre Lagerbestände und Liquidität eng steuern.
Wachstum durch neue Stores und Märkte
Für 2026 plant Clarks eine gezielte Expansion. Im Fokus stehen neue Filialeröffnungen weltweit – sowohl im Vollpreissegment als auch im Outlet- und Lifestylebereich. Parallel soll das Distributionsnetz in bestehenden und neuen Märkten ausgebaut werden, unter anderem durch Partnerschaften in Indien, Australien und Mexiko. Auch digital will das Unternehmen wachsen und plant unter anderem den Start eines eigenen Online-Marktplatzes im britischen Heimatmarkt.
Impulse sollen zudem neue Produktlinien liefern: Modelle wie „Solevana“ und „Pace“ adressieren die Nachfrage nach komfortorientierten Lifestyle-Schuhen. Darüber hinaus wurde die Marke Cloudsteppers weiter ausgebaut, inklusive eigener Concept Stores in den USA und Asien.
Regionale Entwicklung bleibt uneinheitlich
Während das Amerika-Geschäft weiterhin den größten Anteil am Großhandelsumsatz stellt, belasteten dort Zölle und Preisaktionen die Margen. In Europa blieb das Umfeld herausfordernd, da Handelspartner vorsichtig agierten.
Dagegen entwickelte sich die Region Asien-Pazifik dynamisch: Hier verzeichnete Clarks ein zweistelliges Wachstum und baute seine Vertriebsstruktur deutlich aus.








