Temu und Shein belasten Wirtschaft

HDE-Präsident Alexander von Preen
HDE-Präsident Alexander von Preen

Studie sieht 2,4 Milliarden Euro jährlichen Schaden durch unfairen Wettbewerb in Deutschland

Eine aktuelle Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zeigt erhebliche wirtschaftliche Folgen durch den wachsenden Einfluss der asiatischen Online-Plattformen Temu und Shein. Demnach entstehen der deutschen Volkswirtschaft jährlich Wertschöpfungsverluste in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro, davon 1,3 Milliarden Euro allein im Einzelhandel.

Die Studie verdeutlicht das Ausmaß des grenzüberschreitenden Online-Handels: Temu und Shein liefern demnach täglich rund 460.000 Pakete nach Deutschland, europaweit sind es etwa zwölf Millionen Sendungen pro Tag (Stand 2025). Nach Einschätzung der Autoren erfolgen diese Lieferungen häufig unter Bedingungen, die nicht mit EU-Vorgaben konform sind.

Vorwürfe: Regelverstöße und Wettbewerbsverzerrung

Kritisiert wird insbesondere, dass beide Plattformen in großem Umfang gegen EU-Regeln verstoßen sollen – unter anderem im Bereich Produktsicherheit, Kennzeichnung und steuerlicher Verpflichtungen. Dadurch entstehe ein strukturell ungleicher Wettbewerb, der insbesondere stationäre und europäische Onlinehändler unter Druck setze.

HDE-Präsident Alexander von Preen findet deutliche Worte: „Die Lage ist eindeutig. Die Politik hat bei dem Thema trotz großer Versprechungen noch immer nicht geliefert. Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere Ware in unseren Markt, die mitunter gesundheitsgefährdend ist, und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins.“

Milliardenverluste bei Steuern und Arbeitsplätzen

Neben den Effekten auf die Wertschöpfung beziffert die Studie auch fiskalische und arbeitsmarktbezogene Auswirkungen: So hätten Bund, Länder und Kommunen pro Jahr 429 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen. Zudem gingen über 40.000 Arbeitsplätzen in Deutschland verloren, davon 28.300 im Einzelhandel.

Der HDE sieht dringenden politischen Handlungsbedarf und fordert strengere Kontrollen sowie neue regulatorische Ansätze. Insbesondere der Zoll solle nach dem Vorbild Frankreichs massive Schwerpunktkontrollen bei Paketeinfuhren durchführen. Zudem fordert der Verband, dass Anbieter aus Drittstaaten künftig verpflichtet werden, einen rechtlich erreichbaren EU-Repräsentanten zu benennen, um Verstöße effektiver sanktionieren zu können. Von Preen warnt vor den langfristigen Folgen: „Wenn die Politik nach Jahren des Zuschauens hier nicht endlich massiv und spürbar tätig wird, dann sehe ich schwarz für den Standort Deutschland.“

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