HDE und BTE fordern schlanke Umsetzung der Textil-EPR

Beim Textil- und Schuhverwerter Soex werden gesammelte Schuhe sortiert.
Beim Textil- und Schuhverwerter Soex werden gesammelte Schuhe sortiert.

Stärkere Einbindung der Hersteller gefordert

Nach der Veröffentlichung der Eckpunkte des Bundesumweltministeriums zur Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien und Schuhe haben der Handelsverband Deutschland (HDE) und der BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren eine gemeinsame Stellungnahme vorgelegt. Darin begrüßen die Verbände den grundsätzlichen Ansatz, sehen jedoch Anpassungsbedarf bei der konkreten Ausgestaltung.

Das Ministerium plant mit der Reform ein System, in dem Hersteller künftig stärker finanziell für Sammlung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien und Altschuhen verantwortlich sind. Ziel ist ein strukturierterer Umgang mit Textilabfällen im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Positives Signal, aber noch offene Fragen

Aus Sicht des Handels wird insbesondere die frühe Einbindung der betroffenen Branchen positiv bewertet. Antje Gerstein, Geschäftsführerin Nachhaltigkeit beim HDE, spricht von einem grundsätzlich richtigen Ansatz: Das Eckpunktepapier lege „den Grundstein für eine bürokratiearme und praxisnahe Umsetzung“. Positiv hervorgehoben wird zudem, dass die Ausgestaltung der EPR an europäischen Vorgaben ausgerichtet werden soll.

Gleichzeitig sehen die Verbände weiteren Klärungsbedarf. Kritisch wird insbesondere die Rolle der Hersteller im künftigen System gesehen. Wenn Unternehmen die Finanzierung übernehmen sollen, müsse ihnen auch ein angemessenes Mitspracherecht bei der Ausgestaltung eingeräumt werden, so die Position des HDE.

Forderung nach schlanken Strukturen

Auch der BTE betont die Notwendigkeit einer möglichst effizienten Umsetzung. Geschäftsführer Sönke Padberg verweist auf bestehende Strukturen, die in das neue System integriert werden könnten. Insbesondere bei der Registrierung sollte auf etablierte Prozesse zurückgegriffen werden, um Doppelstrukturen und zusätzliche Bürokratie zu vermeiden.

Zudem müsse die künftige Regelung die Unterschiede zwischen einzelnen Produktgruppen berücksichtigen. Besonders der Schuh- und Heimtextilbereich weise spezifische Anforderungen auf, die in der Ausgestaltung der EPR berücksichtigt werden sollten.

Die vollständige Stellungnahme ist auf den Webseiten der Verbände abrufbar.

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