Donnerstag, 24. September 2026

Ständerat stellt Schweizerkreuz auf On-Schuhen infrage

Darf das Schweizerkreuz auf im Ausland gefertigten On-Schuhen zu sehen sein?
Darf das Schweizerkreuz auf im Ausland gefertigten On-Schuhen zu sehen sein?

Vorstoß betrifft insbesondere die in Asien produzierten Schuhe

Der Streit um das Schweizerkreuz auf Schuhen von On geht in die nächste Runde. Der Schweizer Ständerat hat am 24. September mit 32 zu 5 Stimmen eine Motion von Fabio Regazzi angenommen, die sich gegen die im Frühjahr gelockerte Praxis bei der Verwendung des Schweizerkreuzes richtet. Im Mittelpunkt der Debatte standen ausdrücklich die in Asien produzierten Schuhe des Schweizer Sportartikelherstellers.

Eine Motion ist im Schweizer Parlament ein verbindlicher parlamentarischer Auftrag an die Regierung, einen Gesetzesentwurf vorzulegen oder eine bestimmte Maßnahme zu ergreifen. Damit sie wirksam wird, müssen ihr beide Kammern des Parlaments – Ständerat und Nationalrat – zustimmen.

Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) hatte seine Praxis im März 2026 präzisiert. Seitdem können Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen das Schweizerkreuz zusammen mit Angaben wie „Swiss Engineering“ oder „Swiss Design“ verwenden, obwohl das betreffende Produkt im Ausland hergestellt wird. On hatte zuvor über Jahre mit den Behörden über die Verwendung des Symbols gestritten. Forschung, Entwicklung und Design der On-Produkte finden am Hauptsitz in Zürich statt, die Schuhe werden dagegen überwiegend in Asien produziert.

Gegen die neue Praxis regt sich jedoch Widerstand. Kritiker befürchten, dass das Schweizerkreuz als Herkunfts- und Qualitätssymbol an Bedeutung verlieren könnte, wenn es auch auf vollständig im Ausland produzierten Waren erscheint. Eine im Sommer veröffentlichte Befragung zeigte ebenfalls Vorbehalte: 60 Prozent der Befragten erklärten, ihr Vertrauen in die Aussagekraft des Schweizerkreuzes werde durch die Praxisänderung geschwächt.

Der Bundesrat, also die Schweizer Regierung, sprach sich gegen die Motion aus. Justizminister Beat Jans plädierte dafür, zunächst die Auswirkungen der neuen IGE-Praxis auf die Wirtschaft zu untersuchen, bevor die gesetzlichen Regeln geändert werden. Da bislang nur der Ständerat zugestimmt hat, muss sich nun noch der Nationalrat als zweite Kammer des Schweizer Parlaments mit dem Vorstoß befassen.

Der Beschluss bedeutet deshalb noch nicht, dass On das Schweizerkreuz von seinen Schuhen entfernen muss. Erst wenn auch der Nationalrat der Motion zustimmt und die entsprechenden gesetzlichen Änderungen umgesetzt werden, könnte sich die Rechtslage für On und andere Unternehmen ändern.

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