Dienstag, 29. September 2026

Shoppingcenter geraten stärker unter Kostendruck

Das Famila Einkaufsland Wechloy in Oldenburg erhilet die besten Noten.
Das Famila Einkaufsland Wechloy in Oldenburg erhilet die besten Noten.

Ergebnisse des Shoppingcenter Performance Reports Deutschland 2026

Deutschlands Shoppingcenter stehen aus Sicht ihrer Mieter zunehmend unter Druck. Im aktuellen „Shoppingcenter Performance Report Deutschland 2026“ von Ecostra verschlechterte sich die durchschnittliche Bewertung der Standorte von 2,76 auf 2,90 und liegt damit wieder auf dem Niveau der Jahre 2022 und 2023. Befragt wurden 73 Filialunternehmen mit insgesamt rund 3.040 Shops in 400 deutschen Shoppingcentern.

Als größte Probleme nennen die Händler steigende Mietkosten durch Indexmieten sowie höhere Mietnebenkosten. Dahinter folgen Konsumzurückhaltung und rückläufige Kundenfrequenzen. Fast 80 Prozent der Befragten sprechen sich deshalb für eine stärkere Kopplung der Mieten an die tatsächlich erzielten Umsätze der jeweiligen Filiale aus; nur rund zehn Prozent lehnen dies ab.

Zugleich wünschen sich die Mieter mehr Unterstützung durch das Centermanagement. Genannt werden vor allem flexiblere Mietmodelle, Maßnahmen zur Frequenzsteigerung, Events, digitale Promotion sowie Social-Media-, Daten- und Frequenzaktivitäten. „Starre Kostenstrukturen werden im schwierigen Konsumumfeld bei der Mieterakquisition zum Wettbewerbsnachteil“, sagt Ecostra-Geschäftsführer Joachim Will.

Von einem generellen Rückzug des Einzelhandels aus Shoppingcentern kann laut Studie dennoch keine Rede sein. Die befragten Filialisten planen in den kommenden zwölf Monaten im Durchschnitt 7,9 Neueröffnungen, gleichzeitig aber auch vier Schließungen. Die Unternehmen gehen bei der Standortwahl damit deutlich selektiver vor.

Im Ranking der wirtschaftlich erfolgreichsten Center aus Mietersicht liegt erstmals das Famila Einkaufsland Wechloy in Oldenburg mit der Note 1,30 vorn. Dahinter folgen der Citti-Park Kiel mit 1,55 und das Alexa Berlin mit 1,65. Auffällig ist zudem, dass große und etablierte Center besser abschneiden als kleinere oder neuere Standorte. Center mit mehr als 40.000 Quadratmetern Geschäftsfläche erreichen im Schnitt die Note 2,63, seit 2021 eröffnete Standorte dagegen nur 3,66.

Eine Ausnahme bildet das Westfield Überseequartier in Hamburg, das bei seiner ersten Berücksichtigung im Report mit 2,38 vergleichsweise gut bewertet wird. Insgesamt zeigt die Studie nach Einschätzung von Ecostra eine zunehmende Spreizung: wirtschaftlich starke Standorte behaupten sich, während schwächere Center stärker unter Kosten-, Frequenz- und Wettbewerbsdruck geraten.

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