Handelsverband fordert schnellere Digitalisierung und einheitliche Regulierung
Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt die Kritik von Digitalminister Karsten Wildberger an den bestehenden Rahmenbedingungen für die Digitalisierung in Deutschland. Anlass war dessen Rede zur Eröffnung des World Retail Congresses in Berlin.
HDE-Präsident Alexander von Preen erklärte: „Der Digitalminister drückt zurecht auf das Gaspedal. Die Politik ist hierzulande mit Blick auf das rasante Tempo der Digitalisierung zu langsam.“ Besonders im internationalen Wettbewerb sieht der Verband Nachholbedarf und warnt vor Nachteilen für den stationären Handel durch Anbieter aus Drittstaaten. „Das hat etwa angesichts des unfairen Wettbewerbs mit Online-Plattformen und Händlern aus Drittstaaten wie China fatale Konsequenzen“, so von Preen.
Kritik äußert der HDE auch an der aktuellen Regulierungspraxis im Datenschutz sowie an der föderalen Struktur der Aufsicht. „Wir erleben derzeit eine brandgefährliche Entwicklung“, sagte von Preen. Während in Deutschland digitale Innovationen häufig kritisch gesehen würden, entstünden Wertschöpfung und Arbeitsplätze zunehmend im Ausland.
Zudem fordert der Verband klarere rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI-gestützter Videoüberwachung im Handel. Ziel sei mehr Rechtssicherheit bei der Prävention von Ladendiebstahl und eine effizientere Zusammenarbeit mit den Behörden. „Wir brauchen deshalb dringend einen besseren rechtlichen Rahmen“, so von Preen weiter.
Der HDE spricht sich darüber hinaus für eine stärkere Zentralisierung der Datenschutzaufsicht aus, um den bestehenden „Flickenteppich“ an Regelungen zu reduzieren und Innovationsprozesse zu beschleunigen.








