Gewinn und Margen geraten unter Druck
Der Sandalenhersteller Birkenstock hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 trotz geopolitischer Unsicherheiten, Inflation und negativer Währungseffekte erneut ein solides Umsatzwachstum erzielt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 Prozent auf 618 Millionen Euro. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 14 Prozent und damit innerhalb der langfristigen Zielspanne des Unternehmens.
Belastet wurde das Ergebnis jedoch durch höhere US-Zölle, ungünstige Wechselkurse sowie zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme des australischen Vertriebspartners Birkenstock Australia. Der Nettogewinn sank um mehr als 20 Prozent auf rund 82 Millionen Euro. Auch die Profitabilität geriet unter Druck: Die Bruttomarge verringerte sich von 57,7 auf 53,9 Prozent, während die EBITDA-Marge von 34,8 auf 32,1 Prozent zurückging. Das bereinigte EBITDA sank leicht auf 198 Millionen Euro.
Anleger reagierten enttäuscht auf den unveränderten Jahresausblick. Die Aktie verlor im vorbörslichen Handel in New York zeitweise mehr als 10 Prozent. Marktteilnehmer sorgen sich insbesondere über die Folgen von Handelskonflikten, Inflation sowie die Auswirkungen des Nahostkonflikts.
Besonders dynamisch entwickelte sich erneut die Region Asien-Pazifik. Dort legte der Umsatz währungsbereinigt um 30 Prozent zu. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika betrug das Wachstum 11 Prozent, während Nord- und Südamerika ein Plus von 14 Prozent verzeichneten. Belastungen durch den Konflikt im Nahen Osten führten laut Unternehmen zu Lieferproblemen und einer schwächeren Konsumstimmung.
Im Großhandelsgeschäft wuchs Birkenstock stärker als im Direktkundengeschäft. Gleichzeitig setzt das Unternehmen den Ausbau seines eigenen Filialnetzes fort und betreibt inzwischen weltweit 111 eigene Stores.
Wachstumstreiber bleiben neben den klassischen Sandalen zunehmend geschlossene Schuhmodelle wie Sneaker, Clogs, Stiefel und Hausschuhe. Zudem baut Birkenstock sein Angebot an günstigeren Kunststoffmodellen aus, um neue Kundengruppen anzusprechen.
Trotz der Belastungen bestätigte das Unternehmen seine Jahresprognose. Für das bis September laufende Geschäftsjahr erwartet Birkenstock weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 13 und 15 Prozent. Vorstandschef Oliver Reichert bezeichnete das Quartal trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten als „sehr widerstandsfähig“.








