Eines der längsten Zollverfahren des Landes
Fast 38.000 gefälschte Turnschuhe aus China sind im französischen Hafen Le Havre vernichtet worden. Die Ware war bereits 2011 in drei Containern vom Zoll beschlagnahmt worden und stand seither im Mittelpunkt eines der längsten Verfahren gegen Produktpiraterie in Frankreich.
Erst nach 15 Jahren juristischer Auseinandersetzungen wurde der französische Importeur im Dezember 2025 rechtskräftig verurteilt. Das Gericht verhängte eine Zollstrafe von 1,56 Millionen Euro sowie weitere 260.000 Euro wegen Zollgeldwäsche. Zudem erhielt der Angeklagte eine dreijährige Haftstrafe, von der zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden.
Mit dem Urteil konnte der Zoll die beschlagnahmten Waren Anfang Juni 2026 endgültig vernichten. In einer spezialisierten Anlage wurden die Sneaker mit mobilen Kränen zerkleinert und anschließend energetisch verwertet oder dem Recycling zugeführt.
Die Aktion verdeutlicht das Ausmaß des Fälschungshandels in Frankreich. Allein im vergangenen Jahr beschlagnahmten die Behörden landesweit mehr als 20 Millionen gefälschte Produkte, darunter rund 1,2 Millionen Artikel in Le Havre. Neben Schuhen und Bekleidung zählen auch Spielzeug, Elektronikartikel und Autoteile zu den häufig sichergestellten Warengruppen.
Nach Angaben des französischen Zolls dürfen beschlagnahmte Fälschungen weder verkauft noch weitergegeben werden. Die konsequente Vernichtung soll verhindern, dass die Produkte erneut in den Handel gelangen. Zudem entsprechen viele Fälschungen nicht den geltenden Sicherheitsstandards und können gesundheitsgefährdende Materialien enthalten.








