Traditionsunternehmen sichert Fortbestand und stellt sich neu auf
Die Carl Semler Schuhfabrik hat ihr Restrukturierungsverfahren in Eigenverwaltung erfolgreich abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilt, haben die Gläubiger dem Insolvenzplan einstimmig zugestimmt und damit den Fortbestand des Traditionsunternehmens gesichert.
Das Verfahren war im Januar 2025 beim Amtsgericht Pirmasens eingeleitet worden. In den vergangenen Monaten konnten nach Unternehmensangaben Kosten reduziert und strukturelle Potenziale genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Begleitet wurde der Prozess unter anderem von Restrukturierungsberater Lukas Eisenhuth sowie dem gerichtlich bestellten Sachwalter Dennis Blank.
Neue Führungsstruktur und angepasste Produktion
Mit Abschluss des Verfahrens geht auch eine personelle Neuaufstellung einher. Nach dem Ausscheiden von Stefan Markert übernehmen künftig Jürgen Becker und dessen Neffe Sven Tretter die Geschäftsführung.
Die Produktion wird künftig stärker international ausgerichtet. Während der Standort Pirmasens weitgehend aufgegeben wird, erfolgt die Fertigung überwiegend im unternehmenseigenen Werk in Ungarn. In Pirmasens verbleiben rund 30 Arbeitsplätze, unter anderem für die Entwicklung von Musterschuhen. Insgesamt bleiben laut Unternehmen rund 200 Arbeitsplätze in Deutschland und Europa erhalten.
Nach Unternehmensangaben wurde die Restrukturierung auch durch Unterstützung von Geschäftspartnern getragen, zudem werde die aktuelle Kollektion positiv im Markt aufgenommen. Das Eigenverwaltungsverfahren soll voraussichtlich Ende April 2026 aufgehoben werden.








