Französischer Schuhfilialist Chaussea übernimmt Marke Kickers
Die französische Royer Group, ein Traditionsunternehmen im Schuhhandel mit Sitz in Fougères, ist am 18. März durch das Handelsgericht von Rennes in gerichtliche Liquidation geschickt worden. Von den insgesamt 187 Beschäftigten werden 135 Stellen gestrichen, während 45 Arbeitsplätze im Rahmen der Teilübernahme durch den Schuhfilialisten Chaussea erhalten bleiben.
Das 1945 gegründete Unternehmen war in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck geraten, unter anderem durch die Corona-Krise und den Verlust wichtiger Distributionsverträge, darunter die Lizenz für New Balance in Frankreich, Deutschland und Benelux. Ende Oktober 2025 hatte das Handelsgericht ein gerichtliches Sanierungsverfahren für die vier Einheiten des Konzerns – SA Groupe Royer, Royer Logistique, Royer Retail und Royer SAS – eingeleitet.
Übernahme von Kickers durch Chaussea
Chaussea, Teil der VGM Holding, übernimmt im Rahmen der Liquidation die Marke Kickers sowie 45 Mitarbeiter. Zudem wird der Standort in Cholet sowie Teile der Royer-Zentrale in Fougères weiterbetrieben. Andere Standorte, darunter Arques und Sèvres, werden geschlossen. Bereits Anfang März 2026 wurden die acht Kickers-Filialen des Royer-Konzerns geschlossen.
In einer Stellungnahme bezeichnet Chaussea Kickers als „authentische, freie und nonkonformistische Marke“. Die Übernahme soll insbesondere das Kinderschuhsegment stärken und die Entwicklung des B2B- und Wholesale-Geschäfts beschleunigen. Gleichzeitig sichert sich das Unternehmen eine neue Logistikplattform, die weiteres Wachstum unterstützen soll. Langfristig verfolgt Chaussea den Aufbau einer eigenen Markensparte als Ergänzung zum bestehenden Filialnetz.
Die Royer Group war lange ein bedeutender Akteur im französischen Schuhhandel und hielt Lizenzen für Marken wie Kickers, Chevignon, Dim, Umbro oder Caterpillar.
Für Chaussea setzt sich mit der Übernahme die Strategie der Markenexpansion fort. Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen Marken wie San Marina (2023), Pataugas (2023) und Chauss’expo (2024) übernommen. 2024 erzielte Chaussea einen Umsatz von 618 Millionen Euro bei rund 650 Filialen und 4.500 Mitarbeitern.








