Die Liberty Damenmoden GmbH mit Sitz in Lübbecke hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat dem Antrag nach Unternehmensangaben stattgegeben. Der auf Damenmode im mittleren Preissegment spezialisierte Filialist betreibt laut aktueller Standortübersicht 115 Geschäfte, davon 109 in Deutschland und sechs in Österreich. Rund 600 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen.
Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen die angespannte Marktsituation im Modehandel, rückläufige Kundenfrequenzen sowie eine schwache Nachfrage nach Herbst- und Wintermode, die unter anderem auf die Witterung zurückgeführt wird.
Der Geschäftsbetrieb soll während des Verfahrens uneingeschränkt weiterlaufen. Sämtliche Filialen bleiben zunächst geöffnet, auch der Onlineshop wird weiterbetrieben. Die Beschäftigten erhalten für drei Monate Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit.
Im Rahmen der Eigenverwaltung soll Liberty Woman unter Leitung von Geschäftsführer Oliver Lübbenjans saniert werden. Unterstützt wird er dabei von der Kanzlei BBORS Kreuznacht Rechtsanwälte. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Hans-Joachim Berner von der Kanzlei KösterBerner Sanierungsrecht bestellt.
Geplant ist eine umfassende Überprüfung des Filialnetzes, der Kostenstrukturen sowie der Bereiche Einkauf, Vertrieb, Warensteuerung und Marketing. Auch das Sortiment und die Preispositionierung sollen stärker an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet werden. „Unser Ziel ist es, Liberty Women mit einem überzeugenden Sortiment, hoher Kundennähe und wirtschaftlich tragfähigen Strukturen neu aufzustellen“, erklärt Geschäftsführer Oliver Lübbenjans.
Das Unternehmen blickt auf eine 50-jährige Geschichte zurück. Die erste Filiale eröffnete 1976 in Herford. Seit 2024 ist Liberty Woman auch in Österreich vertreten. Eigentümer ist der frühere Karstadt-Chef und Investor Peter Wolf, der 2022 sämtliche Anteile an dem Unternehmen übernahm.



























