Die deutsche Lederwaren- und Kofferindustrie hat sich im ersten Halbjahr 2026 nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr weitgehend stabilisiert. Der Branchenumsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent auf 233,3 Millionen Euro. Im Inland gingen die Erlöse um 1,3 Prozent auf 162,5 Millionen Euro zurück, im Ausland um 0,6 Prozent auf 70,8 Millionen Euro.
Deutlich schwächer entwickelte sich die Beschäftigung. In Betrieben mit mindestens 50 Mitarbeitern sank die Zahl der Beschäftigten um 11,1 Prozent auf 760. Insgesamt schätzt der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L die Zahl der Beschäftigten in der Branche auf rund 2.300.
Positiver verlief der Außenhandel. Die Exporte von Lederwaren und Koffern stiegen im ersten Halbjahr um 1,1 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro. Wichtigste Abnehmer waren Polen und die Schweiz. Zuwächse gab es auch in den USA und Großbritannien, während die Ausfuhren nach Frankreich, Österreich, Italien und China zurückgingen.
Die Importe sanken dagegen um 7,9 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro. China blieb mit einem Anteil von 42 Prozent wichtigstes Lieferland, verlor aber weiter an Bedeutung.
Für die kommenden Monate rechnet der Verband mit einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld. Hohe Logistik-, Energie- und Rohstoffkosten sowie geopolitische Spannungen belasten die Unternehmen. Hoffnung macht dagegen die weiterhin hohe Reiselust. Im ersten Halbjahr wurde mit 223,8 Millionen Übernachtungen in Deutschland ein neuer Rekord erreicht.
„Die Lederwaren- und Kofferhersteller richten ihren Blick nach vorn. Reisen, Mobilität und der Wunsch nach Qualität und individuellem Stil sind starke Wachstumstreiber“, sagt Torben Schütz, Hauptgeschäftsführer des HDS/L.




























