Handelsverband fordert Sozialreformen
Vor dem morgigen Treffen von Arbeitgebern und Gewerkschaften im Kanzleramt fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) umfassende Reformen in den Sozialversicherungssystemen und warnt zugleich vor einer weiteren Verteuerung des Faktors Arbeit.
HDE-Präsident Alexander von Preen betont angesichts der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung die Notwendigkeit struktureller Anpassungen. Ohne grundlegende Reformen drohten langfristig erhebliche Risiken für die Stabilität des Sozialsystems. Wirtschaftswachstum bleibe die zentrale Grundlage staatlicher Einnahmen und Ausgaben, so von Preen.
Besonders kritisch sieht der Verband die steigenden Lohnnebenkosten. Der Einzelhandel habe in den vergangenen drei Jahren bereits mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren, unter anderem infolge wachsender Bürokratie- und Kostenbelastungen. Der HDE fordert daher die Einhaltung einer 40-Prozent-Obergrenze für Gesamtsozialversicherungsbeiträge sowie eine stärkere Überprüfung versicherungsfremder Leistungen.
Auch aktuelle Überlegungen zur Anpassung der Minijob-Regelungen stoßen auf deutliche Ablehnung. Eine Erhöhung der Arbeitgeberabgaben würde nach Einschätzung des HDE zu erheblichen Zusatzkosten führen und die Flexibilität dieser Beschäftigungsform gefährden. Minijobs seien insbesondere im Einzelhandel essenziell, um saisonale und tageszeitliche Nachfrageschwankungen abzufedern. Kritisch bewertet der Verband zudem mögliche Mehrbelastungen bei Midijobs, die vor allem den teilzeitintensiven Einzelhandel treffen würden.








