Steigende Kosten und sinkende Gewinne belasten den Einzelhandel
Die wirtschaftliche Lage im deutschen Einzelhandel bleibt angespannt. Das zeigt eine aktuelle Unternehmensumfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter rund 600 Handelsunternehmen. Demnach bewerten 42 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Fast zwei Drittel berichten zudem, dass sich ihre Situation im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum verschlechtert hat.
„Die Lage kann und darf uns nicht zufriedenstellen. Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen ist auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war“, erklärt HDE-Präsident Alexander von Preen.
Als größte Belastung nennen die Unternehmen die gestiegenen Kosten für Personal, Energie und Wareneinkauf bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen. 69 Prozent der Befragten berichten von rückläufigen Gewinnen. Auch der Ausblick fällt verhalten aus: 65 Prozent rechnen für das Gesamtjahr mit Umsätzen unter dem Vorjahresniveau, lediglich 18 Prozent erwarten ein Umsatzplus.
Trotz der schwierigen Lage hält der HDE an seiner Prognose für 2026 fest und erwartet ein nominales Umsatzwachstum von zwei Prozent auf insgesamt 697,4 Milliarden Euro. Davon sollen 601,1 Milliarden Euro auf den stationären Einzelhandel und 96,3 Milliarden Euro auf den Online-Handel entfallen.
Mit Blick auf die Politik fordert der Verband zügige Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Dazu gehören unter anderem eine Begrenzung der Lohnnebenkosten sowie der Erhalt der Minijobs. „800.000 Minijobber im Einzelhandel und viele Unternehmen in der Branche sind auf einen vernünftigen und zukunftssicheren Umgang mit dieser Beschäftigungsform angewiesen. Da sollte die Politik nicht mit den Lebensmodellen vieler Menschen spielen“, so von Preen.



























