Verband warnt vor zusätzlichen Belastungen und weiteren Geschäftsschließungen
Der Bundesverband Textil und Mode (BTE) sieht die aktuell diskutierte Erhöhung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent als „fatales Signal“ für die stark gebeutelte Modebranche. Angesichts sinkender Umsätze, zahlreicher Geschäftsaufgaben und der weiterhin angespannten Binnenkonjunktur könnte eine zusätzliche Steuerbelastung den ohnehin fragilen Einzelhandel weiter unter Druck setzen.
„Die Diskussion über eine Mehrwertsteuererhöhung in einer Phase zahlreicher Insolvenzen stößt bei den Händlern auf maximales Unverständnis“, erklärt BTE-Präsident Mark Rauschen. „Unsere Branche war schon durch die Zwangsschließungen während der Coronapandemie am stärksten betroffen. Jetzt zusätzliche Belastungen zu diskutieren, ohne Entlastungen konsequent zu Ende zu denken, ist inakzeptabel.“
Besonders problematisch sei die hohe Preissensibilität der Kunden im Modebereich. Preiserhöhungen könnten die Nachfrage nach Kleidung, Schuhen und Lederwaren weiter dämpfen und damit zu weiteren Geschäftsschließungen führen – vor allem im stationären Handel. Innenstädte drohten mit zunehmenden Leerständen und Attraktivitätsverlusten zu kämpfen. Zugleich könnte die wachsende Nachfrage nach preisgünstigen Importen asiatischer Anbieter den Wettbewerb weiter verzerren.
BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels verweist zudem auf die Widersprüchlichkeit der aktuellen Steuerpolitik: „Erst zu Beginn dieses Jahres wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie dauerhaft gesenkt, um diese Branche zu entlasten. Dass jetzt ernsthaft eine Erhöhung diskutiert wird, ist aus unserer Sicht völlig unverständlich.“
Abschließend fordert der BTE konstruktive politische Maßnahmen, um die Branche nachhaltig zu entlasten: „Der Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandel muss endlich wieder atmen können. Es braucht konkrete Schritte zur Senkung grundlegender Belastungen – insbesondere bei Steuern, Abgaben und Energiekosten. Lieber gestern als morgen.“








