Portugal hat seinen Vorsprung vor Spanien in der Schuhproduktion 2025 weiter ausgebaut und seine Position als zweitgrößter Schuhproduzent Europas hinter Italien gefestigt. Das geht aus dem „World Footwear Yearbook 2026“ des portugiesischen Branchenverbands Apiccaps hervor.
Im weltweiten Ranking rückte Portugal auf Platz 18 der größten Schuhproduzenten vor. Rund 93 Prozent der im Land hergestellten Schuhe gingen 2025 in den Export und wurden in insgesamt 174 Märkte auf fünf Kontinenten geliefert.
Nach Wert belegte Portugal mit Ausfuhren von 1,949 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 1,72 Milliarden Euro, weltweit Rang 13. Insgesamt wurden 69 Millionen Paar exportiert. Der durchschnittliche Exportpreis erhöhte sich um 2,5 Prozent auf 28,25 US-Dollar je Paar. Damit liegt Portugal weltweit weiterhin an zweiter Stelle hinter Italien. Apiccaps sieht darin auch die starke Position portugiesischer Hersteller in höherwertigen Segmenten bestätigt.
Nach zwei Jahren mit rückläufigen Auslandsgeschäften stiegen die portugiesischen Schuhexporte 2025 wieder leicht um 0,8 Prozent. Damit entwickelte sich die Branche besser als die Wettbewerber in Italien und Spanien.
„Die portugiesische Industrie durchläuft wie die meisten großen Produzenten weltweit eine sehr schwierige Phase“, sagt Apiccaps-Geschäftsführer Paulo Gonçalves. Portugal habe dem Druck jedoch bislang besser standgehalten als viele Wettbewerber und seine internationale Position behauptet.
Exporte 2026 wieder unter Druck
Im ersten Halbjahr 2026 gingen die portugiesischen Schuhexporte allerdings um 2,1 Prozent auf 813 Millionen Euro zurück. In Italien und Spanien fiel das Minus bis Mai mit 4,3 beziehungsweise 7,3 Prozent deutlicher aus. Auch andere große Produktionsländer verzeichneten Rückgänge: China büßte 10,9 Prozent ein, Brasilien 15,7 Prozent und die Türkei 5,3 Prozent.
Wichtigster Absatzmarkt für portugiesische Schuhe war 2025 Deutschland mit einem Anteil von 24 Prozent an den Exporten. Es folgten Frankreich mit 20 Prozent, die Niederlande und Spanien mit jeweils elf Prozent sowie Großbritannien mit sechs Prozent.
Gleichzeitig verändert sich der Produktmix. Der Anteil von Lederschuhen an den Exporten sank innerhalb von drei Jahren von 69 auf 58 Prozent. Schuhe aus Gummi und Kunststoff steigerten ihren Anteil von 13 auf 21 Prozent, Textilschuhe von acht auf zwölf Prozent.



























