Im Tarifstreit des Einzelhandels ist ein erster Durchbruch gelungen. Arbeitgeber und die Gewerkschaft ver.di haben sich am Abend des 26. August in Nordrhein-Westfalen auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Der Abschluss gilt als mögliche Blaupause für die noch laufenden Verhandlungen in anderen Tarifgebieten.
Nach drei Nullmonaten steigen die Löhne und Gehälter der Beschäftigten rückwirkend zum 1. August 2026 um 3,0 Prozent. Zum 1. Mai 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,0 Prozent. Die Laufzeit beträgt insgesamt 25 Monate. Untere Entgeltgruppen werden aufgrund des gesetzlichen Mindestlohns und vereinbarter Untergrenzen teilweise stärker angehoben. Die Ausbildungsvergütungen werden jeweils zum 1. September 2026 und 2027 angepasst.
Damit liegt der Abschluss deutlich über dem ersten Angebot der Arbeitgeberseite. Diese hatte im Mai zunächst Entgeltsteigerungen von insgesamt 3,5 Prozent über eine Laufzeit von 24 Monaten angeboten.
HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke bezeichnete das Ergebnis als „schmerzhaften Kompromiss“, der viele Handelsunternehmen an die Grenze des wirtschaftlich Verkraftbaren bringe. Gleichzeitig verschaffe die Einigung den Unternehmen und Beschäftigten Planungssicherheit.
Auch Christopher Ranft, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite und Personalmanager bei der REWE Group, verwies auf die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen. Zugleich zeigte er sich erleichtert, dass mit dem Abschluss nun für 25 Monate Planungssicherheit bestehe.
Der Abschluss in Nordrhein-Westfalen dürfte nun den Rahmen für die weiteren Tarifverhandlungen im deutschen Einzelhandel vorgeben. In mehreren Bundesländern war zuletzt noch keine Einigung erzielt worden.




























