Gewerkschaft lehnt Einmalzahlungen als Tarifersatz im Handel ab
Kurz vor Beginn der Tarifrunde im Handel hat die Gewerkschaft Verdi Einmalzahlungen als Ersatz für dauerhafte Lohn- und Gehaltserhöhungen klar zurückgewiesen. Betroffen sind rund 5,2 Millionen Beschäftigte im Einzel- sowie im Groß- und Außenhandel.
Hintergrund ist unter anderem die von der Bundesregierung beschlossene Möglichkeit steuerfreier Entlastungsprämien von bis zu 1.000 Euro. Zwar bewertete Verdi diese grundsätzlich positiv, sieht darin jedoch keinen Ersatz für tabellenwirksame Entgelterhöhungen. Einmalzahlungen hätten sich bereits in der Vergangenheit, etwa während der Corona-Krise, als wenig verlässlich erwiesen, da sie von Unternehmen unterschiedlich umgesetzt worden seien, teilte die Gewerkschaft mit.
Parallel dazu hat Verdi ihre Forderungen für die anstehende Tarifrunde konkretisiert. Beschlossen wurden gemeinsame Eckpunkte für die 16 Tarifgebiete im Einzelhandel sowie die 20 Tarifgebiete im Groß- und Außenhandel. Im Mittelpunkt steht eine Entgelterhöhung von 7 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Anhebung soll über der erwarteten Inflationsrate liegen. Zudem fordert die Gewerkschaft eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen.
Die Arbeitgeberseite äußerte bereits Kritik an der Entlastungsprämie. Der Handelsverband Deutschland (HDE) verwies darauf, dass staatliche Entlastungsmaßnahmen nicht auf Unternehmen verlagert werden sollten, die selbst unter gestiegenen Kosten etwa für Energie litten.
Die Tarifverhandlungen beginnen in mehreren Bundesländern ab Mitte April, darunter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern. In der ersten Verhandlungsrunde stehen jeweils die regionalen Tarifparteien im Groß- und Einzelhandel gegenüber.








