Nike kommt beim Umbau nur langsam voran

Nike-Store in Perth
Nike-Store in Perth

Sportartikelhersteller profitiert im Schlussquartal von Zollerstattungen

Nike hat das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 besser abgeschlossen als von Analysten erwartet. Der Umsatz sank zwar leicht um ein Prozent auf 10,97 Milliarden US-Dollar, lag damit aber über den Markterwartungen von 10,86 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn stieg auf 1,07 Milliarden Dollar nach 211 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend dafür war jedoch vor allem die erwartete Rückerstattung von US-Importzöllen, die das Ergebnis erheblich verbesserte.

Bereinigt um diesen Einmaleffekt fiel das Ergebnis deutlich niedriger aus. Auch deshalb bewerten Analysten die Zahlen zwar als besser als befürchtet, sehen den Konzern aber weiterhin mitten im Umbau.

Großhandel entwickelt sich wieder positiv

Unter CEO Elliott Hill verfolgt Nike seit Ende 2024 eine Neuausrichtung. Nachdem der Konzern in den vergangenen Jahren den Direktvertrieb stark ausgebaut und dadurch Teile des Großhandels vernachlässigt hatte, setzt das Unternehmen nun wieder stärker auf die Zusammenarbeit mit Handelspartnern. Gleichzeitig richtet Nike Sortiment und Marketing konsequenter auf seine Kernsportarten aus.

Erste Erfolge zeigen sich im Großhandelsgeschäft. Die Umsätze stiegen im Schlussquartal um vier Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar. Vor allem in Nordamerika entwickelte sich das Geschäft positiv. Dagegen gingen die Erlöse im Direktvertrieb um sieben Prozent zurück. Auch Converse blieb mit einem Umsatzminus von 32 Prozent deutlich unter Vorjahr.

Running bleibt Wachstumstreiber – China bereitet weiter Sorgen

Positiv entwickelte sich erneut das Running-Segment. Nach Unternehmensangaben verzeichnete Nike dort bereits das fünfte Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum. CEO Elliott Hill kündigte zudem für das Geschäftsjahr 2027 mehr als ein Dutzend neuer Schuhmodelle an, die auf aktuelle Innovationen setzen und nicht ausschließlich auf Neuauflagen bestehender Klassiker.

Als größte Baustellen gelten weiterhin China und das Sportswear-Geschäft. Die Umsätze in China gingen im vierten Quartal erneut deutlich zurück. Nach Angaben des Unternehmens sollen zunächst Lagerbestände bereinigt werden, bevor wieder Wachstum möglich ist. Gleichzeitig räumte Hill ein, dass insbesondere Nike Sportswear und Jordan Streetwear hinter den Erwartungen zurückbleiben. „Wir wissen, dass wir unser volles Potenzial derzeit nicht ausschöpfen“, sagte der Konzernchef.

Verhaltener Ausblick dämpft Optimismus

Auch der Ausblick fällt verhalten aus. Nike erwartet für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2026/27 einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Als Belastungsfaktoren nannte das Unternehmen unter anderem eine weltweit zurückhaltende Konsumstimmung sowie geopolitische Unsicherheiten.

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