Mitgliederversammlung der Nachhaltigkeitsinitiative in Pirmasens
Die Nachhaltigkeitsinitiative Cads hat ihre diesjährige Mitgliederversammlung mit einem Infotag in Pirmasens verbunden. Mehr als 80 Vertreter aus Industrie, Handel, Forschung und Institutionen nutzten die Veranstaltung in den ISC-Räumlichkeiten des Prüf- und Forschungsinstituts Pirmasens e.V. (PFI), um sich über aktuelle Entwicklungen rund um Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und neue regulatorische Anforderungen auf EU-Ebene zu informieren und auszutauschen.
Im Mittelpunkt stand das Thema Kreislaufwirtschaft. In einem interaktiven „World Café“ diskutierten die Teilnehmer gemeinsam mit Experten aus Materialindustrie, Forschung und Schuhproduktion über Eigenschaften, Einsatzmöglichkeiten und Recyclingpotenziale verschiedener Sohlenmaterialien wie PU, TPU, TPR, EVA und Gummi. Dabei wurde deutlich, dass wirtschaftlich tragfähige Recyclinglösungen weiterhin eine zentrale Herausforderung darstellen.
Ein weiterer Schwerpunkt waren die zahlreichen europäischen Regelwerke, die die Schuh- und Lederwarenbranche in den kommenden Jahren beschäftigen werden. Cads-Vorsitzender Andreas Tepest sprach sich für einen Abbau bürokratischer Hürden sowie praxisnahe Lösungen bei der Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) aus. Mit Blick auf das geplante EU-Textilgesetz plädierte er dafür, die Besonderheiten der Schuhbranche zu berücksichtigen und Bekleidung und Schuhe regulatorisch nicht gleichzusetzen.

Breiten Raum nahmen zudem Fachvorträge zu aktuellen Gesetzesvorhaben und Forschungsprojekten ein. Themen waren unter anderem der aktuelle Stand der PFAS-Regulierung, die Einführung des Product Environmental Footprint (PEF), die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sowie verschiedene europäische Forschungsprojekte zur Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Produktentwicklung.
Nach Angaben der Referenten bereitet insbesondere die Erhebung belastbarer Daten entlang internationaler Lieferketten weiterhin Schwierigkeiten. Gleichzeitig wurde betont, dass die Branche die verbleibende Zeit bis zur Einführung neuer Vorgaben nutzen müsse, um gemeinsame Standards und praktikable Lösungen zu entwickeln.









