Branche warnt vor anhaltendem Kostendruck und strukturellen Belastungen
Der Einzelhandel in Deutschland sieht sich weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Nach Angaben des Handelsverband Deutschland hat die Branche seit 2022 mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse verloren, seit 2015 wurden zudem über 70.000 Geschäfte geschlossen.
Als Belastungsfaktoren nennt der Verband steigende Energie-, Miet-, Logistik- und Personalkosten sowie zunehmende Bürokratie und regulatorische Anforderungen. Eine HDE-Umfrage unter 600 Unternehmen bewertet die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung demnach kritisch.
Mit Blick auf den Koalitionsausschuss am 1. Juli fordert der Verband rasche Reformen und Entlastungen. HDE-Präsident Alexander von Preen betont: „Der Handel erwartet von der Politik mehr Tatkraft, mehr Tempo und vor allem spürbare Entlastungen.“
Kritisch sieht der Verband unter anderem die hohe Bürokratielast sowie ungleichen Wettbewerb durch internationale Plattformen. Zudem fordert der HDE Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft, niedrigere Unternehmens- und Energiekosten sowie eine Reform des Arbeitsmarkts. Die diskutierte Abschaffung von Minijobs lehnt der Verband ab.
Auch eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent zur Gegenfinanzierung anderer Entlastungen weist der HDE zurück. Nach Verbandsangaben befinde sich der private Konsum bereits in einer schwachen Phase, während dem Einzelhandel nach mehreren Jahren ohne reales Wachstum die finanziellen Puffer fehlten.








