Künstliche Intelligenz könnte den Online-Handel in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Laut dem neuen Mastercard-Report „A Short History of the Future of Shopping and Payments“ dürfte bis 2030 mehr als jeder zehnte Online-Käufer KI-Agenten regelmäßig damit beauftragen, Produkte zu suchen, auszuwählen und zu kaufen. Weltweit könnten damit mehr als 300 Millionen Menschen solche Systeme für Einkauf und Bezahlung nutzen.
Besonders weit ist die Entwicklung bereits bei jüngeren Verbrauchern. In Deutschland haben 79,9 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal KI zur Produktrecherche genutzt. 55,6 Prozent glauben, dass KI die Art verändern wird, wie ihre Generation künftig einkauft. Knapp 30 Prozent erwarten sogar, dass KI in den kommenden Jahren zu einer ihrer wichtigsten Einkaufsformen wird.
„Deutsche Jugendliche nutzen KI beim Einkaufen bereits etwa doppelt so häufig wie ihre Eltern“, sagt Nikolaus Trzeschan, General Manager Germany bei Mastercard. Entscheidend werde künftig die Frage sein, welchen Systemen Verbraucher zutrauen, in ihrem Namen Entscheidungen zu treffen. Sicherheit, Transparenz und Kontrolle würden damit zu wichtigen Erfolgsfaktoren.
Händler müssen Produktdaten für KI aufbereiten
Für den Handel könnte sich damit auch die Art verändern, wie Produkte online präsentiert werden. KI-Agenten sollen künftig große Datenmengen analysieren, Bewertungen vergleichen und Produkte nach zuvor festgelegten Kriterien auswählen können. Händler müssten ihre digitalen Produktinformationen deshalb zunehmend sowohl für Menschen als auch für Maschinen optimieren.
Angaben zu Preisen, Größen, Bildern, Bewertungen oder Zertifikaten müssten laut Mastercard verstärkt maschinenlesbar zur Verfügung stehen, damit KI-Systeme sie zuverlässig finden und bewerten können. Für den Schuhhandel könnte dies unter anderem eine noch größere Bedeutung strukturierter Angaben zu Größen, Passformen, Materialien, Verfügbarkeiten und Produkteigenschaften bedeuten.
Auch der eigentliche Einkauf könnte sich verändern. Die Zukunftsforscher des Reports gehen davon aus, dass insbesondere wiederkehrende und vergleichsweise risikoarme Käufe zunächst an KI-Agenten delegiert werden. Menschen könnten das bewusste Shopping dagegen stärker für Inspiration, persönliche Interessen und besondere Kaufentscheidungen nutzen.
Grundlage des Reports sind eine Befragung von 13.000 Eltern-Kind-Paaren – insgesamt 26.000 Personen – in 13 europäischen Märkten sowie Einschätzungen von vier internationalen Zukunftsforschern. Die Befragung wurde im Juni und Juli 2026 vom Forschungsunternehmen Opinium im Auftrag von Mastercard durchgeführt.




























