Die deutsche Schuhindustrie hat im ersten Halbjahr 2026 erneut Umsatz eingebüßt. Nach Angaben des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) sank der Branchenumsatz um 2,4 Prozent auf 1,143 Milliarden Euro. Besonders das Inlandsgeschäft entwickelte sich schwach: Hier gingen die Erlöse um 2,8 Prozent auf 903 Millionen Euro zurück. Die Auslandsumsätze hielten sich mit 240 Millionen Euro und einem Minus von 0,8 Prozent vergleichsweise stabil.
Auch bei der Beschäftigung setzte sich der Rückgang fort. Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten zählten im ersten Halbjahr 8.943 Mitarbeiter, rund drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Unter Einbeziehung kleinerer Betriebe schätzt der Verband die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Schuhindustrie auf rund 15.500.
Deutlich rückläufig entwickelten sich die Importe. Insgesamt wurden 366 Millionen Paar Schuhe nach Deutschland eingeführt – 6,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Importwert sank sogar um 9,8 Prozent auf 6,12 Milliarden Euro. China blieb mit einem Anteil von 42,4 Prozent wichtigstes Lieferland, gefolgt von Vietnam mit 19,7 Prozent.
Für die kommenden Monate zeigt sich der HDS/L zurückhaltend. Schwacher Konsum, hohe Kosten, geopolitische Spannungen und Handelskonflikte belasteten die Unternehmen. Zusätzlichen Druck erwartet der Verband durch neue regulatorische Vorgaben wie die geplante erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien und Schuhe.
„Deutsche Schuhe und Lederwaren genießen im Ausland einen guten Ruf – diesen müssen wir fördern und unsere internationalen Kontakte weiter stärken“, betont HDS/L-Geschäftsführer Torben Schütz.
Auch die Lederwaren- und Reisegepäckindustrie verzeichnete im ersten Halbjahr ein leichtes Umsatzminus von 1,1 Prozent auf 233,3 Millionen Euro.



























