Kooperation mit Spinnova bringt neuartiges Material erstmals in kommerzielle Anwendung
Der dänische Schuhhersteller Ecco bringt erstmals ein Modell auf den Markt, das eine proteinbasierte Faser aus Nebenprodukten der Lederherstellung integriert. Zum Einsatz kommt das Material im limitierten Schuh „Ecco Biom 720“.
Die Entwicklung basiert auf einer seit 2020 bestehenden Zusammenarbeit mit Spinnova. Ziel der Partnerschaft ist es, bislang wenig genutzte Reststoffe der Lederproduktion für textile Anwendungen aufzubereiten. Materialien, die üblicherweise entsorgt, verbrannt oder kompostiert werden, werden dabei in einem patentierten Verfahren zu Fasern verarbeitet.
Technologisch setzt der Prozess auf mechanische Aufbereitung statt auf chemische Auflösung. Ausgangspunkt sind sogenannte „Wet Blue“-Späne – dünne Lederschichten, die bei der industriellen Dickenanpassung entstehen. Diese werden zu kontinuierlichen Filamenten verarbeitet und anschließend zu textilen Fasern weiterverarbeitet. Laut Unternehmensangaben weist das Material eine Zugfestigkeit auf dem Niveau von Wolle sowie eine rund doppelt so hohe Dehnbarkeit wie Baumwolle auf.
Im Unterschied zu konventionellen Recyclingverfahren, bei denen Leder häufig in Anwendungen geringerer Wertigkeit genutzt wird, soll bei diesem Ansatz die Faserstruktur weitgehend erhalten bleiben. Dadurch eignet sich das Material sowohl für gewebte als auch für gestrickte Textilien und könnte perspektivisch zu effizienteren Produktionsprozessen mit geringeren Abfallmengen beitragen.
Mit der Einführung des Ecco Biom 720 wird die mehrjährige Entwicklungsarbeit erstmals in ein marktfähiges Produkt überführt. Ziel ist es, den Ressourceneinsatz entlang der Leder- und Textilwertschöpfungskette zu optimieren und neue Einsatzmöglichkeiten für bislang ungenutzte Materialien zu erschließen.
Das Modell ist seit dem 29. April über den Onlinehandel sowie in ausgewählten Märkten, darunter Großbritannien und Deutschland, erhältlich.








