Die Krise der argentinischen Schuhindustrie verschärft sich. Nach Angaben von Branchenvertretern haben in den vergangenen zwei Jahren rund 100 Schuhfabriken geschlossen und etwa 10.000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. Als Gründe nennt die Branche vor allem die schwache Inlandsnachfrage, steigende Importe und den zunehmenden Konkurrenzdruck durch günstige Schuhe aus Asien.
Auch die Produktion geht deutlich zurück. Im ersten Halbjahr 2026 wurden nach Angaben von IES Consultores 34,5 Millionen Paar Schuhe hergestellt, 23,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen sind Hersteller von Sport- und preisgünstigen Schuhen.
Zu den Unternehmen, die ihre Produktion eingestellt haben, gehören die brasilianischen Hersteller Dass und Coopershoes. Dass produzierte in Argentinien unter anderem für Adidas, Nike, Fila und Under Armour, Coopershoes für Converse. Auch heimische Anbieter stehen unter Druck: Die Schuhkette Mary & Joe hat ihre letzten Geschäfte und ihre Fabrik geschlossen, Viamo befindet sich in einem Gläubigerschutzverfahren.
Für den 27. Oktober haben Hersteller, Zulieferer, Händler und Gewerkschaften eine landesweite Demonstration in Buenos Aires angekündigt. Sie fordern von der Regierung Maßnahmen zur Stabilisierung der heimischen Schuhproduktion.



























