Der österreichische Sporthändler Hervis verschärft seinen Sparkurs. Nach der bereits im Juni angekündigten Schließung von 17 der damals 93 österreichischen Filialen sollen nun mehr als 20 weitere Standorte aufgegeben werden. Bis Ende 2027 will das Unternehmen nur noch 50 bis 55 Geschäfte in Österreich betreiben. Das kündigte Hervis-Chef Markus Hupach bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstrategie an. Welche weiteren Filialen konkret betroffen sind, wurde zunächst nicht bekannt gegeben.
Bereits 2026 werden unter anderem Standorte in Wien, Salzburg, Hallein, Bischofshofen, Reutte, Kitzbühel, Lienz, Deutschlandsberg, Leoben, Liezen, Perg, Steyr, Wels und Linz geschlossen. Zwei weitere Filialen in Eugendorf und Telfs wurden Anfang Oktober an Sport Kaltenbrunner abgegeben.
Hintergrund ist die wirtschaftlich schwierige Lage des Unternehmens. Zwischen 2020 und 2024 summierten sich die Verluste von Hervis laut „Standard“ auf knapp 160 Millionen Euro. Allein 2023 und 2024 entstanden Verluste von mehr als 100 Millionen Euro. Der Umsatz sank zuletzt von 261 auf rund 253 Millionen Euro. Hupach bezeichnete das bisherige Geschäftsmodell als „defizitär und nicht nachhaltig“.
Hervis war Anfang 2026 nach mehr als 50 Jahren vom bisherigen Eigentümer Spar an die Quantum Investment Holding verkauft worden. Hinter der Gesellschaft stehen der Snipes-Gründer Sven Voth und der Factory-Berlin-Gründer Udo Schloemer. Wenige Monate später trennte sich Hervis auch von seinem Auslandsgeschäft mit 43 Filialen in Slowenien, Kroatien und Deutschland und konzentriert sich seither auf Österreich.
Parallel zum Filialabbau will sich Hervis unter dem Strategieprogramm „Hervis 4.0“ neu positionieren. Geplant sind ein stärker digital ausgerichtetes Geschäftsmodell, ein höherwertigerer Markenauftritt sowie eine stärkere Ansprache jüngerer Zielgruppen und von Sport-Communitys. Ein neuer Onlineshop und eine neue App sollen am 16. Oktober starten. In Salzburg ist zudem ein neuer Flagship-Store im Europark vorgesehen.
Wann Hervis wieder die Gewinnzone erreichen will, ließ die Geschäftsführung bislang offen.


























