Das Schuhhaus Schreiber schließt seinen „Schreiber Family“-Store in der Brüderstraße in Soest. Der Räumungsverkauf hat Mitte Oktober begonnen, spätestens zum Jahresende soll das Geschäft schließen. Inhaber Marc Schreiber begründet den Schritt mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und rückläufigen Umsätzen. „Wir haben dieses Jahr nur rote Zahlen geschrieben“, sagte er dem „Soester Anzeiger“.
Der rund 300 Quadratmeter große Family-Store war 2021 aus einer früheren Quick-Schuh-Filiale hervorgegangen. Kern des Konzepts war eine eigenständige, aufwendig gestaltete Kinderschuhabteilung, ergänzt um Damen- und Herrenschuhe sowie Textilien. Gerade das Kinderschuhsegment habe sich nach Angaben Schreibers gut entwickelt. Die erhofften Synergien mit dem übrigen Sortiment seien jedoch ausgeblieben.
Ganz verschwindet das Kinderschuhangebot nicht. Die Abteilung soll zurück in das benachbarte Stammhaus in der Brüderstraße 7 ziehen. Dort will Schreiber das Angebot trotz kleinerer Fläche möglichst in seiner bisherigen Breite erhalten.
Als ein weiteres Problem nennt Schreiber das veränderte Kaufverhalten. Kunden ließen sich teilweise im Geschäft ausführlich beraten und bestellten anschließend online günstiger. Gleichzeitig beobachtet der Händler eine stärkere Konzentration auf reine Bedarfsdeckung und weniger Lust auf zusätzliche Modekäufe. Diese Entwicklung treffe vor allem kleinere, beratungsorientierte Schuhfachgeschäfte.
Die Schließung in Soest ist nicht die einzige Veränderung im Filialnetz. Auch Schuh Disselbeck in Unna, das Schreiber 2006 übernommen hatte, befindet sich im Räumungsverkauf und soll schließen. Die Zahl der Schreiber-Geschäfte sinkt nach Aufgabe des Family-Stores auf vier. Die Unternehmenswebsite nennt derzeit noch sechs stationäre Filialen mit rund 50 Beschäftigten in Soest, Bad Sassendorf, Schwerte und Unna.
Das Schuhhaus Schreiber wurde 1857 gegründet und wird von Marc Schreiber in fünfter Generation geführt.



























