German Fashion Consumer Panel 2026 zeigt sinkende Einkaufsintensität
Deutsche Verbraucher treffen ihre Kaufentscheidungen bei Bekleidung weiterhin vor allem nach funktionalen Kriterien. Laut dem „German Fashion Consumer Panel 2026“ bleibt eine gute Passform mit 96 Prozent Zustimmung das wichtigste Auswahlmerkmal. Bequemlichkeit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis folgen mit jeweils 95 Prozent, die Qualität erreicht 90 Prozent. Das Interesse an Mode hat in Deutschland deutlich nachgelassen. 40 Prozent der Verbraucher informieren sich nicht aktiv über Mode und Bekleidung.
„Die Menschen in Deutschland wollen sparen, vor allem bei persönlichen Dingen wie Mode“, sagt Theresa Schleicher, Handelsexpertin in dem Netzwerk „The Future Project“. Grund seien die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Bei jungen Menschen fließe das Geld eher in Finanzpläne als in eine Handtasche. Zudem prägten Billiganbieter und Ramschkultur die Erwartung, dass Kleidung nicht viel koste. „Was weniger Wert hat, wird weniger benötigt und gewollt.“
Gleichzeitig kaufen die Verbraucher zurückhaltender ein und nutzen weniger Vertriebskanäle. Während 2022 durchschnittlich 4,3 Einkaufsformen parallel verwendet wurden, sind es derzeit noch 3,4. Die rückläufige Nutzung betrifft sowohl den stationären Handel als auch Online-Angebote, besonders deutlich den Fachhandel vor Ort.
Nachhaltigkeitsaspekte bleiben relevant, treten bei der konkreten Kaufentscheidung jedoch hinter Passform, Qualität und Preis-Leistung zurück. Der Verzicht auf die Ausbeutung von Menschen in Produktionsländern ist für 71 Prozent der Befragten wichtig oder eher wichtig. Nachhaltigkeitssiegel spielen dagegen für viele Kunden nur eine untergeordnete Rolle.
Als Informationsquelle behält der stationäre Handel seine Bedeutung: Knapp drei von zehn Befragten informieren sich in Bekleidungsgeschäften über Trends, Produkte und Marken. Influencer und prominente Testimonials verlieren dagegen an Reichweite. Frauen informieren sich deutlich häufiger über Mode und Bekleidung als Männer. Die meisten Kunden kaufen Kleidung überwiegend und häufig in Filialen von Anbietern wie H&M, Zara oder C&A, wie die GermanFashion-Studie zeigt.
„Die Ergebnisse sprechen weniger für eine Verlagerung zwischen einzelnen Vertriebskanälen als vielmehr für eine insgesamt zurückhaltendere Konsumhaltung der Verbraucher“, erklärt German-Fashion-Präsident Justus Lebek.




























