Umsatz und Exporte im ersten Quartal rückläufig
Die italienische Schuhindustrie ist mit einem Minus in das Jahr 2026 gestartet. Nach Angaben des Branchenverbandes Assocalzaturifici sank der Umsatz der Unternehmen im ersten Quartal um 2,7 Prozent. Auch das Exportgeschäft, das rund 90 Prozent des Branchenumsatzes ausmacht, entwickelte sich rückläufig. Von Januar bis März wurden Schuhe im Wert von rund 3 Milliarden Euro exportiert – ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mengenmäßig fiel der Rückgang mit 3,6 Prozent noch deutlicher aus.
„Die Zahlen bestätigen die Sorgen, die unsere Unternehmen bereits zu Jahresbeginn geäußert haben“, erklärte Assocalzaturifici-Präsidentin Giovanna Ceolini. Geopolitische Spannungen, steigende Rohstoff- und Energiekosten sowie eine hohe Unsicherheit auf den internationalen Märkten würden die Nachfrage bremsen und Kaufentscheidungen verzögern. Ceolini forderte deshalb stärkere Maßnahmen zur Förderung der Internationalisierung und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
Während sich der Heimatmarkt leicht positiv entwickelte, konnte dies die Schwäche im Ausland nicht ausgleichen. Italienische Verbraucher gaben im ersten Quartal 1,28 Milliarden Euro für Schuhe aus. Das entspricht einem Plus von 1,7 Prozent beim Umsatz und 2,1 Prozent bei den verkauften Paaren. Besonders gefragt waren Damenschuhe sowie Sneaker. Sport- und Freizeitschuhe vereinten zusammen 41 Prozent der gesamten Schuhausgaben auf sich.
Im Exportgeschäft verlief die Entwicklung je nach Absatzmarkt unterschiedlich. Frankreich blieb trotz eines mengenmäßigen Rückgangs wichtigster Abnehmer italienischer Schuhe und legte wertmäßig um sechs Prozent zu. Deutschland verzeichnete dagegen einen Rückgang von zehn Prozent. Besonders stark brachen die Ausfuhren in den Nahen Osten (-33 Prozent), in die Staaten der ehemaligen Sowjetunion (-21 Prozent) sowie in die USA (-7,4 Prozent) ein. In den Vereinigten Staaten belasteten weiterhin die seit 2025 geltenden zusätzlichen Importzölle das Geschäft.
Positiv entwickelte sich dagegen die Handelsbilanz der Branche. Sie verbesserte sich um 10,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, da die Schuhimporte nach Italien mit einem Minus von 9,5 Prozent deutlich stärker zurückgingen als die Exporte.
Auch bei Produktion und Beschäftigung setzt sich der Negativtrend fort. Im ersten Quartal verringerte sich die Zahl der aktiven Schuhhersteller um 85 Unternehmen, gleichzeitig gingen 808 Arbeitsplätze verloren. Die Kurzarbeit bleibt trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr auf einem hohen Niveau und liegt weiterhin mehr als dreimal so hoch wie vor der Pandemie. Ende März waren in Italien noch 3.490 aktive Schuhunternehmen registriert – 2,1 Prozent weniger als Ende 2025. Die Zahl der Beschäftigten sank im gleichen Zeitraum um 0,8 Prozent.



























