Unternehmen fordern weniger Bürokratie und fairen Wettbewerb
Die deutsche Schuh- und Lederwarenindustrie hat 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen Stabilität gezeigt – wenn auch mit regionalen Unterschieden und wachsenden Herausforderungen. Die Branche profitiert weiterhin von einer soliden Inlandsnachfrage, kämpft aber mit rückläufigen Auslandsumsätzen, steigenden Importen und zunehmendem Wettbewerbsdruck durch internationale Onlineplattformen.
Die Schuhhersteller konnten ihren Gesamtumsatz im vergangenen Jahr auf 2,33 Milliarden Euro steigern, ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber 2024. Besonders stark wuchs das Geschäft im Inland um 6 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro, während die Exporte auf 493 Millionen Euro (-5,9 %) sanken. Beschäftigungstechnisch ging die Zahl der Mitarbeiter in Unternehmen ab 50 Beschäftigten leicht auf 9.124 zurück; inklusive kleinerer Firmen sind rund 15.500 Personen in der Branche tätig.
Die deutsche Lederwarenindustrie musste hingegen Umsatzrückgänge hinnehmen. Die Gesamterlöse sanken um 6,6 Prozent auf 365,9 Millionen Euro, vor allem im Inland (-10,1 %), während die Auslandsumsätze leicht um 1,4 Prozent auf 120,5 Millionen Euro stiegen. Die Zahl der Beschäftigten fiel um 7,7 Prozent auf 850 Mitarbeiter (Betriebe ab 50 Beschäftigte).
Deutlicher Anstieg der Importe
Auf dem Außenhandelssektor zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Importe: 737,5 Millionen Paar Schuhe wurden 2025 nach Deutschland eingeführt (+10,5 %). Besonders stark wuchsen Importe aus Vietnam (+21,8 %), Indonesien (+21,2 %) und China (+6,8 %). Auch italienische Schuhe legten zu (+5,2 %), wobei der Import von Leder-Straßenschuhen für Frauen um fast ein Drittel auf 5,5 Millionen Paar stieg. Bei den Exporten blieb Polen der wichtigste Absatzmarkt, gefolgt von Frankreich, Spanien und Italien. Insgesamt wurden 364,7 Millionen Paar Schuhe exportiert (+2 %), der Wert der Exporte ging leicht um 0,8 Prozent auf 10,57 Milliarden Euro zurück.
Bei den Lederwaren dominierten weiterhin China als wichtigster Lieferant (43,1 % Importanteil) und Italien als zweitgrößter Partner (12,2 %). Luggage-Artikel, insbesondere Reisetaschen aus Textil, entwickelten sich positiv, während der Import von Lederhandtaschen aus Italien in Deutschland um 15 Prozent zurückging.
Verband fordert strukturelle Reformen
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen forderte Torben Schütz, Geschäftsführer des HDS/L, strukturelle Reformen, faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber asiatischen Onlineplattformen und einen entschlossenen Bürokratieabbau. „Die Inlandsnachfrage bleibt für drei von vier Unternehmen das größte Risiko“, so Schütz. Gleichzeitig könnten internationale Märkte, stabile Exporte und Freihandelsabkommen mit dynamischen Wirtschaftsräumen wie Indien und Indonesien der Branche neue Impulse geben.
Schütz unterstrich zudem die Bedeutung praktikabler Regeln im Rahmen von EU-Initiativen wie dem Green Deal oder der Deforestation Regulation. Nur mit klaren Vorschriften, fairen Handelsbedingungen und weniger Bürokratie könnten deutsche Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.








