Zweite Insolvenz innerhalb von zwei Jahren
Die französische Schuh- und Lederwarenmarke Minelli ist erneut unter gerichtliche Insolvenzverwaltung gestellt worden. Dies bestätigten übereinstimmende Medienberichte unter Berufung auf ein Gerichtsdokument sowie Informationen der Nachrichtenagentur AFP. Damit steht das Unternehmen rund zweieinhalb Jahre nach einer ersten Sanierungsphase erneut vor einem tiefgreifenden Umbruch.
Minelli befand sich seit September in einem Schutzverfahren, das im März in ein Redressement judiciaire (Insolvenzverfahren) überführt wurde. Hintergrund ist die inzwischen eingetretene Zahlungsunfähigkeit der aus der Restrukturierung hervorgegangenen Einheit „Maison Minelli“.
Die Traditionsmarke, die 1973 gegründet wurde und sich vor allem an ein weibliches Publikum richtet, war bereits im Jahr 2023 in Schwierigkeiten geraten. Im Zuge eines ersten Insolvenzverfahrens wurde das Unternehmen Anfang 2024 von einem Investorenkonsortium übernommen und deutlich verkleinert. Die Belegschaft schrumpfte von rund 600 auf unter 200 Mitarbeiter, zudem wurde ein Teil des Filialnetzes geschlossen.
Trotz dieser Maßnahmen gelang die wirtschaftliche Stabilisierung nicht. Für das zuletzt veröffentlichte Geschäftsjahr 2024/25 weist Minelli einen Verlust von rund 3,7 Millionen Euro aus. Zudem sollen laut Gerichtsbeschluss etwa zehn der übernommenen Filialen defizitär arbeiten.
Die erneute Insolvenz gilt als weiteres Beispiel für die anhaltenden strukturellen Probleme im europäischen Schuh- und Modehandel. Neben steigenden Kosten und veränderten Konsumgewohnheiten setzen insbesondere preisaggressive Onlineplattformen und Fast-Fashion-Anbieter stationäre Marken zunehmend unter Druck.








