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Drei Viertel der Modehändler in Existenzgefahr

Stefan Genth

Aktuelle HDE-Trendumfrage vor viertem Advent

Der Lockdown für den Nicht-Lebensmittelhandel sorgt bei vielen Händlern für Existenzängste. Das zeigt eine aktuelle Trendumfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter knapp 600 Unternehmen. Insbesondere im Bekleidungshandel sind die Sorgen groß. Hier sehen sich demnach knapp drei Viertel der Händler in Existenzgefahr. Insgesamt sind 75 Prozent der befragten Handelsunternehmen mit dem bisherigen Verlauf des Weihnachtsgeschäfts unzufrieden. Der HDE setzt sich angesichts der vielerorts dramatischen Lage für eine Überarbeitung der staatlichen Hilfen für die Branche ein.

„Die vom Lockdown betroffenen Handelsunternehmen verlieren einen großen Teil der normalerweise umsatzstärksten Zeit des Jahres. Das können die Händler nicht mehr alleine auffangen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der HDE rechnet damit, dass der Lockdown-Handel in diesem Jahr insgesamt voraussichtlich Umsatzeinbußen in Höhe von 36 Milliarden Euro erleiden wird. In der Woche vor dem vierten Advent verloren die Innenstadthändler einer aktuellen HDE-Umfrage zufolge 56 Prozent ihres Vorjahresumsatzes.

„Insbesondere im Modehandel stehen viele Betriebe kurz vor der Insolvenz“, so Genth weiter. Der HDE fordert deshalb dringend Anpassungen bei den bisher vorgesehenen staatlichen Hilfsmaßnahmen. „Der Bundesfinanzminister hat schnelle und großzügige Hilfen zugesagt. Das ist gut so, allerdings sind die Unterstützungsmaßnahmen für viele Händler noch nicht passend“, so Genth. Der HDE setzt sich deshalb für eine Gleichbehandlung mit der Gastronomie beim Umsatzausgleich für den Dezember ein. Bisher soll der Handel hier leer ausgehen. Bei den Überbrückungshilfen ab dem kommenden Jahr moniert der Handelsverband noch zahlreiche Details, wie beispielsweise die monatliche Obergrenze für Hilfszahlungen und zu hohe Beantragungshürden. Genth: „Hier muss dringend nachgebessert werden, ansonsten kommt das Geld bei vielen Händlern nicht oder nicht in ausreichendem Maß an.“ Zudem müsse es um eine schnelle und unbürokratische Auszahlung der Unterstützung gehen.

In der Folge des Lockdowns versuchen viele Nicht-Lebensmittelhändler, auf anderen Kanälen weiter für ihre Kunden da zu sein. So zeigt die HDE-Umfrage, dass fast drei Viertel der von der Zwangsschließung betroffenen Handelsunternehmen alternative Vertriebswege wie Online-Marktplätze, Lieferservices und Click&Collect oder aber neue Wege der Kundenkommunikation wie beispielsweise über Social Media nutzen. Ein Drittel der befragten Lockdown-Unternehmen ist auch im Online-Handel aktiv.

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