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BTE fordert mehr Marktüberwachung für Direktimporte

Verband fordert: Kontrollen sollen auch an Seehäfen intensiviert werden.

Wettbewerbsnachteil für den stationären deutschen Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel

Der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren (BTE) fordert eine stärkere Marktüberwachung von Direktimporten vor allem asiatischer Lieferanten durch den Zoll. Die Kontrollen von entsprechenden Paketen an den großen internationalen Flug- und Seehäfen müssten intensiviert werden, um den Schaden für die Verbraucher und die deutsche Textil- und Outfitbranche möglichst gering zu halten. Der Verband reagiert damit auf einer vor kurzem von Greenpeace veröffentlichten Studie, wonach ein Drittel der Modeartikel des chinesischen Online-Händlers Shein gefährliche Chemikalien in besorgniserregenden Mengen enthält.

Nach ersten BTE-Recherchen hätten zwar nicht alle im Greenpeace-Bericht aufgeführten Funde tatsächlich Überschreitungen von gesetzlichen Grenzwerten beinhaltet, trotzdem zeige er gravierende Mängel in der deutschen und europäischen Marktüberwachung. Schon in der Vergangenheit habe es wiederholt Produkt-Untersuchungen gegeben, bei denen verbotene und gesundheitsgefährdende Stoffe in Textilien und Schuhen gefunden worden seien. Und auch frühere Testkäufe des BTE auf internationalen Online-Plattformen, wie Joom und Wish, hätten belegt, dass dort Artikel angeboten würden, die in Deutschland und der EU so nicht verkauft werden dürften.

Zudem werde der Kunde bei solchen Direktimporten von Lieferanten bzw. Plattformen (D2C) außerhalb der EU oftmals getäuscht. So hätten die BTE-Testkäufe gezeigt, dass Rohstoffangaben nicht selten fehlerhaft waren. Unter anderem sei Kunstleder als Leder bezeichnet worden.

Die laxe Überwachung der – vermeintlich günstigen – Direktimporte durch die Endverbraucher vor allem aus Asien schade aber nicht nur den Kunden, sondern benachteilige auch Handel und Industrie in Deutschland und der EU, so der BTE. Denn die Importe von EU-Unternehmen würden regelmäßig auf ihre Verkehrsfähigkeit geprüft, zum Teil sogar über Stichproben-Untersuchungen im Handel. Bei Verstößen drohten dann schmerzhafte Bußgelder. Durch die starke Expansion des (internationalen) Onlinehandels in den Corona-Jahren sei dieser Wettbewerbsnachteil insbesondere für den stationären deutschen Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel noch gravierender geworden.

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