Dienstag, 22. September 2026

93 Prozent der Online-Händler von Betrug betroffen

Betrug und Betrugsversuche gehören für viele Online-Händler inzwischen zum Alltag. (Foto: Nataliya Vaitkevich/Pexels)
Betrug und Betrugsversuche gehören für viele Online-Händler inzwischen zum Alltag. (Foto: Nataliya Vaitkevich/Pexels)

Aktuelle Umfrage von bevh und CRIF

Eine aktuelle Umfrage von bevh und CRIF zeigt, dass Betrugsversuche für deutsche Online-Shops nahezu zum Alltag gehören und die Risiken weiter zunehmen. Am häufigsten haben es die Händler mit Identitätsbetrug zu tun. 75 Prozent der Befragten nennen diese Betrugsform. Bei 67 Prozent wurden Namens- oder Adressdaten manipuliert, 55 Prozent berichten von vollständig falschen Identitäten. Sechs von zehn Unternehmen sind zudem mit Fällen konfrontiert, in denen Kunden bestreiten, die bestellte Ware erhalten zu haben.

57 Prozent der Händler waren vom sogenannten Eingehungsbetrug betroffen. Dabei werden Waren bestellt, obwohl der Käufer bereits weiß, dass er die Rechnung nicht bezahlen kann oder will. 56 Prozent nennen zudem das sogenannte Account Takeover als häufige Betrugsform: Täter übernehmen dabei das Kundenkonto einer anderen Person und nutzen es für Bestellungen.

Auch betrügerische Retouren gewinnen nach Angaben der Studienautoren an Bedeutung. 47 Prozent der Händler berichten von „Return Fraud“, bei dem beispielsweise leere Pakete zurückgeschickt werden. 42 Prozent waren von „Switch Fraud“ betroffen, bei dem Kunden statt der ursprünglich bestellten Ware andere Artikel retournieren. Bei 40 Prozent der Betrugsfälle kamen gestohlene Zahlungsdaten wie Kreditkarteninformationen zum Einsatz.

„Betrugsprävention ist heute wichtiger denn je“, sagt Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland. Online-Händler müssten grundsätzlich damit rechnen, Opfer von Betrug zu werden. Neue Betrugsmaschen und entsprechende Gegenmaßnahmen folgten in immer kürzeren Abständen aufeinander. Künstliche Intelligenz werde diesen Wettlauf nach Einschätzung Schleins zusätzlich verschärfen.

Auch die finanziellen Schäden sind zum Teil erheblich. 45 Prozent der befragten Händler beziffern ihre jährlichen Verluste durch Betrug auf 10.001 bis 100.000 Euro. Bei 15 Prozent liegen die Verluste sogar bei mehr als 100.000 Euro pro Jahr. Knapp ein Drittel der Unternehmen berichtet zudem von Einzelschäden von mehr als 2.500 Euro bei einer einzigen Bestellung.

Viele Unternehmen haben ihre Sicherheitsmaßnahmen deshalb bereits verstärkt. 75 Prozent der Befragten setzen Maßnahmen zur Betrugserkennung ein, weitere neun Prozent planen entsprechende Investitionen. Dabei kombiniert die große Mehrheit manuelle und automatisierte Verfahren. Als größte Herausforderungen nennen jeweils 69 Prozent der Händler die Auswahl risiko- und kundengerechter Präventionsmaßnahmen sowie die Erkennung neuer Betrugsmuster.

Nach Einschätzung von CRIF könnten künftig insbesondere künstliche Intelligenz, synthetische Identitäten und sogenannte KI-Agenten für zusätzliche Risiken sorgen. Gleichzeitig stehen Händler vor der Aufgabe, wirksame Sicherheitsmaßnahmen mit einem möglichst reibungslosen Einkaufserlebnis für ihre Kunden zu verbinden.

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