Deutschlands innerstädtische Einkaufsstraßen zeigen sich trotz des anhaltenden Strukturwandels vergleichsweise stabil. Das geht aus dem „Highstreet Report 2026“ von Columbia Threadneedle Real Estate und bulwiengesa hervor. Für die siebte Ausgabe wurden die A-Lagen von 100 deutschen Städten sowie 114 innerstädtische Shoppingcenter untersucht. Erstmals erfasste die Studie dabei auch systematisch den Leerstand: Im Durchschnitt stehen 9,1 Prozent der verfügbaren Einheiten leer.
Deutlich sind die Unterschiede zwischen den Standorten. Während in Lippstadt kein Leerstand festgestellt wurde und die Quote in Ulm bei zwei sowie in Heilbronn bei 2,7 Prozent liegt, erreicht sie in Ingolstadt 21,6 Prozent, in Gera 25 Prozent und in Solingen 29 Prozent. Erfolgsfaktoren seien unter anderem kompakte Innenstädte, eine gute Verkehrsanbindung, Aufenthaltsqualität und ein aktives Standortmanagement, erklärt Iris Schöberl, Managing Director Germany bei Columbia Threadneedle Real Estate.
Insgesamt zählte die Untersuchung 15.234 Geschäfte, 40 mehr als im Vorjahr. Gegenüber 2020 ging die Zahl allerdings um 6,8 Prozent beziehungsweise 1.120 Stores zurück. Besonders stark fällt der Rückgang in innerstädtischen Shoppingcentern aus: Dort sank die Zahl der Geschäfte seit 2020 um 14,8 Prozent auf 6.331. Die klassischen Einkaufsstraßen entwickelten sich dagegen stabiler und legten 2026 das zweite Jahr in Folge leicht zu. Mit 8.903 Geschäften fehlen dort lediglich 20 Stores gegenüber dem Stand von 2020.
Unter Druck bleibt insbesondere die Mode. Sie stellt mit einem Anteil von 28,5 Prozent zwar weiterhin die größte Warengruppe, seit 2020 ist die Zahl der Modegeschäfte jedoch um 1.398 beziehungsweise 24,4 Prozent zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr verlor das Segment weitere 1,1 Prozentpunkte. Gleichzeitig wächst die Gastronomie: Die Zahl der Betriebe stieg binnen eines Jahres um 5,5 Prozent und seit 2020 sogar um 20,6 Prozent. Cafés und Restaurants kommen inzwischen auf einen Anteil von 16,6 Prozent.
Auch die Struktur der Anbieter verändert sich. Internationale Filialisten stellen nur noch 37,3 Prozent der untersuchten Geschäfte, nach 42,4 Prozent im Jahr 2020. Bei nationalen Ketten sank der Anteil im selben Zeitraum von 28,2 auf 27 Prozent. Gleichzeitig gewinnen regionale und neue Konzepte an Bedeutung. Nach Angaben der Studienautoren nennen mittlerweile 60 Prozent der Innenstadtbesucher Gastronomie als einen Grund für ihren Besuch – 14 Prozentpunkte mehr als 2020.




























