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Tarifabschluss in der Schuh- und Sportartikelindustrie

Warnstreiks durch Einigung abgewendet

Entgelterhöhung plus Inflationsausgleichsprämie plus Demografie-Betrag: IGBCE und Arbeitgeber haben sich am 2. August in der zweiten Tarifrunde in Berlin auf einen Abschluss in der Schuh- und Sportartikelindustrie geeinigt.

Die Entgelte werden demnach ab 1. August 2023 um 150 Euro erhöht. Ab 1. Oktober 2024 steigen sie um weitere 100 Euro, wobei der Auszahlungszeitpunkt von den Betriebsparteien um bis zu drei Monate verschoben werden kann. Die Erhöhung für Adidas-Beschäftigte fällt um jeweils 50 Euro höher aus. Die Auszubildendenvergütungen erhöhen sich um jeweils 50 Euro ab 1.September 2023 und um weitere 50 Euro ab 1.September 2024. Die Laufzeit des Vertrags beträgt 24 Monate bis 31. Juli 2025.

Darüber hinaus wird den Beschäftigten 2023 und 2024 ein steuer- und abgabenfreies Inflationsausgleichsgeld von jeweils 1.000 Euro gezahlt. Die Betriebsparteien können dieses auf jeweils bis 400 Euro für jedes Jahr reduzieren. Der Demografie-Tarifvertrag soll noch 2023 überarbeitet abgeschlossen werden, wobei sich der jährliche Demografie-Betrag ab 1. Januar 2025 auf 400 Euro erhöht.

HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert zeigte sich mit dem Tarifabschluss zufrieden: „Unter Bezugnahme auf aktuelle Tarifentwicklungen in anderen vergleichbaren Branchen konnte in konstruktiven Gesprächen ein für beide Seiten akzeptables Ergebnis gefunden werden.“

Auch die Gewerkschaft bewertet den Abschluss positiv. „In einer denkwürdigen Tarifverhandlung die beiden Seiten Geduld und Nerv abverlangt hat, haben wir ein gutes Gesamtpaket für die Beschäftigten geschnürt“, so IGBCE-Verhandlungsführer Frieder Weißenborn. Ohne diese Einigung um fünf für zwölf wäre es ab dem 4. August zum Warnstreik gekommen, vorrangig an den Logistikstandorten des Adidas-Konzerns.

Richtig sei, dass die Vergütungen bei Adidas, dem mit Abstand größten und wirtschaftlich stärksten Arbeitgeber der Branche, zusätzlich stiegen. „Der Dax-Konzern kann sich hinter dem Mittelstand nicht mehr verstecken. Die Beschäftigten haben Anspruch, an den wirtschaftlichen Erfolgen beteiligt zu werden. Das gelingt mit dem Abschluss.“ 13.000 Beschäftigte arbeiten in der Branche, 8.000 allein beim börsennotierten Sportartikelhersteller Adidas.

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