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Reno meldet Insolvenz an

Schuhfilialist ist sechs Monate nach Eigentümerwechsel pleite

Nächste Pleite in der Schuhbranche: Die Reno Schuhcentrum GmbH und die Reno Schuh GmbH haben beim Amtsgericht Hameln Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Jurist Immo Hamer von Valtier bestellt. Zunächst hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet.

Der Schuhfilialist, der bundesweit rund 180 Filialen betreibt, war erst vor sechs Monaten von der Osnabrücker Schuhhandelsgruppe HR Group an einen neuen Eigentümer übertragen worden. Bei der Transaktion der Reno Schuhcentrum GmbH mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden alle Reno-Standorte in diesen Ländern sowie der Reno-Onlineshop an die cm.sports GmbH mit Sitz im niedersächsischen Springe sowie ihren Kooperationspartner GA Europe verkauft. Anschließend fanden in allen Filialen Sonderverkäufe statt.

Hinter cm.sports stehen die Unternehmer Christian und Meike Müller mit ihrer CM Solutions mit Sitz in Hannover. Die Investoren hatten schon zuvor gemeinsam 2020 den Outdoor-Händler McTrek und 2021 den Schweizer Schuhhändler Vögele Shoes von der polnischen CCC-Gruppe übernommen. McTrek befindet sich inzwischen im Besitz der Zeitfracht-Gruppe, Vögele Shoes wurde Ende vergangenen Jahres nach einem Insolvenzverfahren abgewickelt.

Der Onlineshop reno.de ist „derzeit nicht erreichbar“, heißt es auf der Website. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters sind 1088 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, will Valtier sich nun zunächst einen Überblick verschaffen und dafür sorgen, den Geschäftsbetrieb wieder in Gang zu bringen sowie den Mitarbeitern eine Perspektive zu geben. Zudem soll die Vorfinanzierung des Insolvenzgelds geklärt werden. Am Dienstag hatte der Netzwerkbetreiber deutschlandweit den Reno-Filialen wegen unbezahlter Rechnungen den Strom abgedreht.

Die Traditionsmarke kämpft bereits seit längerem mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Hatte Reno einst noch 850 Filialen betrieben und einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro erwirtschaftet, lag dieser zuletzt nur noch bei 120 Millionen Euro. Laut Reno-Finanzchef Dieter Metz habe das Management noch in den vergangenen Monaten versucht, das Unternehmen durch Umstrukturierungen und Kosteneinsparungen wieder in die Gewinnzone zu bringen. „Wir hatten eigentlich vor, mit etwas verkleinerter Mannschaft, einem guten Grundbestand an Filialen und neuem Sortiment durchzustarten“, sagt Metz.

Für rund ein Drittel der Filialen habe es demnach auch Interessenten gegeben. Während sich die Verhandlungen hinzogen, seien allerdings die Umsätze hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagt Renos Finanzchef.

Reno wurde 1977 im rheinland-pfälzischen Pirmasens gegründet. 1999 verkauften die Gründer ihre Firma dann an die Metro AG, die den Schuhhändler bald an das Unternehmen HR Group weitergab. Im letzten Herbst verkaufte HR Reno schließlich an cm.sports. Der nun eingereichte Insolvenzantrag betrifft das Filialnetz in Deutschland, die Schwester-Unternehmen von Reno Deutschland in Österreich und der Schweiz sind davon ausgenommen.

 

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