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Lederwarenmarkt schrumpft

Industrie hofft auf anhaltende Reiselust der Deutschen

Die deutsche Lederwaren- und Kofferindustrie steht angesichts der allenfalls nur zufriedenstellenden wirtschaftlichen Kennzahlen im vergangenen Jahr vor einem herausfordernden Jahr 2024. Insbesondere die Zahlen des Außenhandels geben wenig Anlass zu Optimismus. Dennoch sehen die Hersteller Chancen auf den Auslandsmärkten und setzen im Bereich Reisegepäck auf die anhaltende Lust der Verbraucher zu reisen.

Preisentwicklung

Der Anstieg der Erzeugerpreise bei Lederwaren (ohne Lederbekleidung und Schuhe) hat sich im Jahr 2023 deutlich abgeschwächt. Während der Erzeugerpreisindex (2015=100) im Jahr 2022 um 3,3 Prozent stieg, lag die Steigerung von Januar 2023 bis Dezember 2023 nur noch bei einem Anstieg von 1,39 Prozent, und zwar von 114,9 auf 116,5. Demgegenüber steigen die Verbraucherpreise weiterhin deutlich mehr, momentan liegt die Inflationsrate wieder bei 3,7 Prozent.

Außenhandel

Nach den bis November 2023 zur Verfügung stehenden amtlichen Statistiken betrug der Gesamtwert der Ausfuhren an Lederwaren von Januar bis November 2023 etwa 2,32 Milliarden Euro. 2022 betrug der Wert im selben Zeitraum 2,33 Milliarden Euro, das entspricht also einem leichten Minus von 0,43 Prozent.

Von Januar bis November 2023 betrug der Gesamtwert der Einfuhren 3,6 Milliarden Euro. 2022 waren es noch 3,9 Milliarden Euro. Hier liegt also ein deutlicher Rückgang von fast 7,7 Prozent vor. Die rückläufigen Zahlen spiegeln eine geringere Order des Handels, nicht zuletzt hervorgerufen durch die Konsumzurückhaltung der Konsumenten im Inland wider.

Wichtigste Handelspartner bei der Ausfuhr waren Frankreich und Polen. Nach Frankreich wurden Lederwaren im Wert von 198 Millionen Euro ausgeführt, das ist ein leichter Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2022, wo der Wert 199 Millionen Euro betrug. Nach Polen wurden 2023 Waren im Wert von 267 Millionen Euro ausgeführt. Aber 2022 lag der Wert noch bei 297 Millionen Euro. Dies ist ein Rückgang von über 10 Prozent.

Wichtigster Handelspartner bei der Einfuhr blieb in Europa auch im Jahr 2023 Italien. Bei Lederwaren lag der Wert von Januar bis November 2023 bei 479 Millionen Euro. Das entspricht gegenüber 2022 einem Plus von 19,8 Prozent (Wert 2022: 400 Millionen Euro).

Die weltweit wichtigsten Importländer sind China, Vietnam und Indien. Im Einzelnen: Aus China wurden von Januar bis November 2023 Waren im Wert von 1,5 Milliarden Euro eingeführt. Zum Vergleich: 2022 waren es Waren im Wert von 1,77 Milliarden Euro – minus 15,25 Prozent. Der Wert von eingeführten Lederwaren aus Vietnam betrug in oben genannten Zeitraum 348 Millionen Euro. 2022 lag er noch bei 357 Millionen Euro, was einem Minus von rund zweieinhalb Prozent entspricht. Der Wert von Lederwaren aus Indien betrug bis November 2023 220 Millionen Euro (2022: 276 Millionen Euro). Hier liegt ein Minus von über 20 Prozent vor.

Reisekoffer und Aktenkoffer

Bewegung auch im wichtigen Koffersegment, zu dem statistisch auch Schultaschen und Rucksäcke zählen. Von Januar bis November 2023 wurden in diesem Segment Waren im Wert von 3,31 Milliarden Euro eingeführt. Im Vergleichszeitraum 2022 waren es noch Waren im Wert von 3,54 Milliarden Euro. Dies ist wertmäßig ein Minus von 6,5 Prozent. Vor allem ab August 2023 sind deutlich schwächere Importzahlen gemeldet, was auf die zurückgehende Kauflust der Verbraucher hindeutet.

Leichte Steigerungen bei der Ausfuhr: Gegenüber 2,07 Milliarden Euro von Januar bis November 2002 betrug der Wert im selben Zeitraum 2023 2,09 Milliarden – was einem Plus von fast einem Prozent entspricht.

Umsätze, Beschäftigte, Anzahl der Betriebe

Die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe bei der Herstellung von Leder und Lederwaren (ohne Lederbekleidung) sind 2023 nur leicht rückgängig. Der Gesamtumsatz betrug von Januar bis November 2023 rund 442 Millionen Euro. Davon wurden im Inland rund 196 Millionen Euro umgesetzt. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum 2022 lag der Gesamtumsatz bei 453 Millionen und der Inlandsumsatz bei 199 Millionen Euro. Das sind Rückgänge beim Gesamtumsatz um 2,43 Prozent und beim Inlandsumsatz um rund 1,5 Prozent.

Bei der Herstellung von Leder und Lederwaren waren 2023 ähnlich wie im Vorjahr rund 2.900 Personen in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten angestellt. Die Zahl dieser Betriebe blieb mit 20 stabil.

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Unsere Leser sind Schuheinzelhändler (Unternehmer) sowie die zweite Führungsebene im Schuhfachhandel (Einkäufer, Filialleiter); Schuhindustrie, Schuhtechniker, Schuhhandelsvertreter und sonstige Geschäftspartner der Schuhbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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